Max in Argentinien
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Berichte

Ich habe den Berichten ein neues Layout verpasst, sodass sie nun alle auf einer Seite zu finden sind.

Auf dieser Seite könnt ihr ab sofort alle bisher erstellten Berichte lesen.

 

VIEL SPAß BEIM LESEN!!!

 

 - Eintrag 19 -

 

Mi, 01.04.2015

 So da bin ich wieder! 

Lange Zeit war ich weg, unterwegs: im Urlaub, auf Reisen, in anderen Provinzen, Ländern und Projekten. Ich habe und wurde besucht, traf alte und neue Freunde, begrüßte und verabschiedete für kurze oder längere Zeit Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben.

Der letzte richtige Blogeintrag ist nun lange her, das neue Schuljahr hat begonnen und mit ihm begann meine Unterrichtsarbeit und jetzt läuft endlich auch meine Blogarbeit wieder an.

Der Neuanfang nach der langen Pause bietet mir die Möglichkeit auf das letzte halbe Jahr zurück zu blicken, das Geschehene zu reflektieren und neue Ziele zu setzen.

Die letzten Schulwochen des vergangen Jahres liefen wie gehabt: 

Secundaria:

Wir bereiteten Lucho und Patchi mit den verschiedensten Aufgaben auf die bevorstehenden Deutsch-Prüfungen vor, während Abril einen Vortrag über Deutschland ausarbeitete.

Am 26. November war es dann so weit: Eine Frau vom Goethe-Institut kam, um die Deutschprüfungen für die internationalen Sprachniveaus abzunehmen.

Gegen Ende des Schuljahrs werden aus jeder Secundaria-Klasse Schülervorgeschlagen, die laut Einschätzung ihrer Lehrer in der Lage sind das nächsthöhere Sprachniveau zu bewältigen. Die Sprachniveaus werden nach internationalen Richtlinine wie folgt festgelegt: A1 - A2 - B1 - B2 - C1 - C2. Ziel an unserer Schule ist im Normalfall nach 6 Jahren Secundaria-Deutschunterricht das Sprachniveau "B1".

Primaria:

Im Deutschunterricht mit Facundo wiederholten wir manchmal noch "Alle meine Entchen", aber begannen auch mit neuen Themen: Körperteile, Gesicht, Familie, Wochentage, Zahlen und zu Geburtstagen schoben wir auch entsprechende Unterrichtseinheiten ein.

Im Musikunterricht konnte ich nur beschränkt helfen, da meine Kenntnisse zur argentinischen Folklore eher begrenzt sind - dafür lernte ich selbst auch etwas dazu, z.B. das Lied "Viva Jujuy!".

Während das Wetter immer besser und heißer wurde gedieh das Unkraut in der Huerta prächtig. Das hieß viel Zupf- und Gießarbeit während der Zeit im Gemüsegarten. Wegen des zumeist guten Wetters ließen sich auch Radieschen und Salat bald ernten - ein kleiner Trost im Kampf gegen das Unkraut. Trotz der vielen Sonne blieben wir nicht vom Regen verschont - war es drußen nass, fanden die Huertastunden im Klassenzimmer statt. In diesen theoretischen Stunden stellte Lucila Pflanzen vor, die in einem Gemüsegarten zu finden sind. Anschließend zeigte sie deren Merkmale auf und erklärte in welchen Konstellationen man die verschiedenen Pflanzentypen aufgrund ihrer Merkmale am besten im Gemüsegarten anpflanzt. 

Nach dem Theaterstück "The Pied Piper of Hamelin" passierte im Theaterunterricht nicht mehr viel. Wir machten verschiedene Bewegungsübungen und Improvisationsspiele, die aber eher in freiem Spiel unter Aufsicht mit Themenvorgabe endeten. Lustig war ein tag an dem Marianna die Kostümkiste rausholte und jeder sich verkleiden sollte. Die angedachte Modeschau verwandelte sich dann in eine große Kostümparty, aber alle hatten ihren Spaß.

Kindergarten:

Die Musikstunden in den Kindergartengruppen am Dienstag nahmen eine andere Form an sobald die Gitarre, die Claudia mir für die Zeit des Freiwilligendiensts auslieh, mit neuen Saiten bespannt war. Ab diesem Zeitpunkt begleitete ich die Lieder im Kindergarten zusammen mit Ezequiel - das war einfacher als gedacht und machte mir viel Spaß!

Im Nachmittagsprogramm waren wir oft mit den Kindern draußen, vorher hörten wir eine Geschichte zu der gemalt wurde und spielten verschiedene Spiele. An einem Donnerstag half ich z.B. bei der Bedienung der interaktiven CD zur Peter Pan Geschichte.

Mir gefiel auch der Englischunterricht immer gut. Hier beendeten wir zunächst die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt dazu klebten die Kinder Teamarbeit eine Raupe aus verschiedenen Teilen auf und verzierten sie danach bunt.

In der darauffolgenden Woche hörten wir eine Geschichte wie die Bienen zu ihren Streifen kamen. Im Anschluss gestalteten wir zusammen ein großes Plakat mit Bienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten.

Gegen Ende November begannen die Weihnachtsvorbereitungen: Wir malten Weihnachtsmänner aus und bastelten Rentiere aus ausgeschnittenen Fuß- und Handumrissen. (leider habe ich davon keine Bilder, weil ich so sehr mit dem Aufzeichnen der Fuß- und Handumrisse beschäftigt war.)

Bis zu den Ferien hatten wir noch zwei weitere Freiwilligentreffen

Das insgesamt Zweite fand in der Fundación Oxenford statt. Lars und ich kamen aufgrund ungünstiger Buszeiten leider etwas zu spät, aber ich fand den Weg vom Bus zum Projekt ohne Probleme. Zunächst redeten wir bei Kaffee, Kuchen und Keksen über Veränderungen und berichteten wie es uns in der Zwischenzeit ergangen war. Eine überraschende und traurige Nachricht drückte die Stimmung: Daniel war nach Hause gefahren und ließ jedem von uns einen persönlichen Brief hier. 

Die frei gewordene Stelle bot einer anderen Freiwilligen, die Probleme in ihrem Projekt hatte, dafür die Möglichkeit das Projekt zu wechseln.

Danach zeigten uns Philipp und Leander ihr Projekt und wir aßen Wackelpudding. Zum Abschluss liefen wir nach Garin, dem Nachbarort auf der anderen Seite der nahen Autobahn. Dort verbrachten wir einige Zeit im Pizzarestaurant, während es draußen angefangen hatte zu regnen.

Als wir mit Mechtild zum Bus liefen regnete es schon wie aus Eimern. Das Umsteigen in Escobar verlief problemlos. Als dann der Bus in Los Cardales ankam zog das Gewitter gerade über das Dorf hinweg. Alle paar Sekunden blitzte und donnerte es, während wir durch das knöcheltiefe Wasser, das auf der Straße stand, zur Schule rannten. Das waren die wohl nassesten fünf Minuten Heimweg meines Lebens. Als wir zu Hause ankamen war der Strom weg und Lars' Handy funktionierte nicht mehr.

Das letzte Freiwilligentreffen vor den Ferien fand am letzten Novemberwochenende statt. Wir hatten vor in der Reserva zu zelten, was leider wegen des schlechten Wetters ausfiel. Trotzdem trafen wir uns am Nachmittag dort. Das Wetter war noch schön und so redeten wir über das Geschehene und besichtigten die Reserva.

Als es zu regnen begann fuhr Graciela (Projektleiterin d. Reservaprojekts "Patrimonio Natural") uns grüppchenweise zu ihrem Haus. Dort setzten wir das Treffen fort, aßen bestellte Empanadas und tranken Mate.

 

(Fortsetzung folgt....)

 



 

- Eintrag 18 -

 

Mo, 08.12.2014

Liebe Blogleserinnen und -leser,

bei uns hat die Ferienzeit begonnen und während in Deutschland die ersten Schneeflocken fallen schwitzen wir hier in Buenos Aires und Umgebung bei bis zu 35° C und viel Sonnenschein. 

Ferienzeit heißt für Lars und mich auch Reisezeit, denn dadurch, dass wir in einer Schule arbeiten, sind wir mit unserer Urlaubszeit auch an die Schulferienzeiten gebunden. Der Nachteil hierbei: Wir können unseren Urlaub nicht flexibel einsetzen, wie andere Freiwillige. Auf der anderen Seite haben wir dafür einige Tage mehr Urlaub im Jahr.

Die erste Reise haben Lars, Jeremias und ich schon hinter uns gebracht: Wir fuhren am letzten Sonntag los nach Iguazu um eines der sieben neuen Weltwunder zu besuchen: Die Wasserfälle von Iguazu. Dieses 2,7 km lange unglaublich beeindruckende Naturwunder liegt im Norden Argentiniens an der Grenze zu Brasilien. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fuhren mit einem Bus von Escobar bis in die Stadt "Puerto Iguazu". Auf dem Weg besuchten wir eine alte Edelsteinmine und das Dreiländereck Argentinien-Paraguay-Brasilien. Danach wurden wir nach ca. 20 Stunden Fahrt in unserem Hotel abgesetzt. Von hier aus erkundeten wir die Stadt. 

 

 

 

 

 

 

Am folgenden Tag fuhren wir im Bus mit unserer Reisgruppe in den argentinischen Teil des Nationalparks rund um die Wasserfälle. Hier trennten wir uns von der Reisegruppe um auf eigene Faust die Natur zu erkunden. Wir begaben uns zunächst auf einen 7 km langen Wanderpfad durch den subtropischen Regenwald. Anschließend sahen wir uns die Wasserfälle von unten und von oben an. Dazu folgten wir den Rundwegen und Brücken, die es teilweise ermöglichen über die Wassermassen hinweg zu gehen. So kommt man sehr nah an die Wasserfälle heran. 

 

 

 

 

 

 

 


 

Die nächste Exkursion am Mittwoch startete wie am Tag zuvor sehr früh um 7:30 Uhr. Unsere "Guía" (Reiseführerin) führte uns in den brasilianischen Teil des Nationalparks. Von hier aus kann man die gesamten Wasserfälle, die auf der argentinischen Seite liegen, betrachten. Über Stege gelangt man sehr nah an den "Garganta del Diablo" (Teufelsschlund) und erhält einen einmaligen, beeindruckenden Blick in die mit Nebel gefüllte Schlucht. Nach dieser atemberaubenden Aussicht erkundeten Lars, Jeremias und ich die brasilianische Stadt Foz do Iguazu. Hier gab es nicht sehr viel zu entdecken, also begaben wir uns bald auf den Rückweg in unser Hotel. Hier genossen wir den sonnigen Nachmittag am Pool.

 

Am Donnerstag fuhren wir mit dem öffentlichen Bus nach Paraguay in die Stadt Ciudad del Este. Direkt hinter der Grenze werden an unzähligen Ständen, die sich über mehrere Kilometer aneinanderreihen, jede Menge Waren verkauft. In dem großen Gewusel aus Verkäufern, Touristen, Kartons und Marktständen gibt es (fast) alles:
Von T-Shirts, über Hosen, Socken und Uhren, bis hin zu Schmuck, Sonnenbrillen, Elektroschockern, anderen Waffen, Thermoskannen, Matebechern und Handys. Zur Mittagspause aßen wir uns bei einem All-You-Can-Eat-Buffet für 4 US$ mit Getränk satt.
Danach erkundigten wir uns bei der Touristeninformation über weitere Attraktionen. Wir entschieden uns das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt anzusehen: ITAIPU. Zu der großen Anlage gehört auch Zoo mit einem kleinen Museum, freiem Eintritt und kostenlosen Führungen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und besuchten den Zoo zuerst. Leider verpassten wir so die letzte Führung durch das Wasserkraftwerk, durften aber auf dem Rückweg eine sehr spannende Busfahrt mit erleben. Der paraguayanische Busfahrer schien sein klappriges Gefährt besser im Griff zu haben als es den Anschein machte: auf gerader Strecke drehte er halbe Runden am Lenkrad, ohne dass sich der Bus nach rechts oder links bewegte. Währenddessen tippte er auf seinem Handy herum, telefonierte oder trank Tereré (wie Mate, nur mit kaltem Wasser), der ihm von seinem erstaunlich jungen Gehilfen serviert wurde. Obwohl man durch ein kleines Loch im Boden die Antriebswelle sehen konnte, fiel der Bus nicht auseinander und wir kamen gesund und munter wieder in der Stadt an.
An der Grenze zu Brasilien warteten wir eine gute Stunde auf den Bus, der uns wieder nach Puerto Iguazu brachte.

Die Woche in der fremden Region ging viel zu schnell vorbei und ich wäre gern noch etwas länger dort geblieben, doch am Freitagmorgen stiegen wir wieder in unseren Reisebus und begaben uns auf den langen Rückweg nach Los Cardales. Einen Stop legten wir noch bei den Jesuiten Ruinen von San Ignazio ein. Vor dem Eingang wurden an vielen kleinen Souvenirständen günstige Matebecher, Stifte und sonstige Andenken verkauft. Nachdem wir uns das kleine Museum zur Geschichte der Ruinen angesehen hatten, erhielten wir eine Führung durch die alten Ruinen. Anschließend fuhr der Bus weiter Richtung Escobar. Hier stiegen wir am Samstagmorgen gegen 7 Uhr aus, verabschiedeten uns von der Reiseleiterin und stiegen in den nächstbesten Bus nach Cardales.

 

Mit diesem ersten Reisebericht möchte ich mich vorerst von euch verabschieden. In den nächsten Wochen werde ich sicher nicht mehr viel Zeit haben an meinem Blog weiterzuschreiben. Bei Gelegenheit ergänze ich gerne noch fehlende Fotos in diesem Beitrag.

Im neuen Jahr schreibe ich weiter und hoffe bald einen aktuellen Blog führen zu können. 

Bis dahin: Frohe Weihnachten, einen fleißigen Weihnachtsmann und ein gesundes neues Jahr!

Saludos
Max

 



 

 - Eintrag 17 -

Di, 04.11.2014

In den letzten Wochen musste ich leider meine Arbeit an dem Blog stark zurückschrauben. Wir wurden mit tagelangem Dauerregen und Gewitter und daraus folgenden W-LAN-Ausfällen geplagt. Hinzu kam eine Erkältung, die mich nicht weiterarbeiten ließ. Inzwischen hat sich mein Rückstand noch weiter ausgebaut, aber ich bleibe dran und schreibe weiter - immer dann, wenn ich genügend Zeit und W-LAN habe.

Macht's gut! Euer Max

P.S.: Die Bilder kommen noch nach. Leider nicht so zahlreich, wie ich dachte, denn unglücklicherweise hatte Lars' Handy einen kleinen Wasserschaden. Dabei sind viele Fotos verloren gegangen, die ich auch in meinem Blog verwenden wollte - Schade.

 



 

 - Eintrag 16 -

Mo, 20.10.2014 - So, 26.10.2014

SuperNews der Woche:
Wir haben jetzt zwei Mückennetze (Bad- & Zimmerfenster), so lässt es sich ruhig mit offenem Fenster schlafen und mit den beiden Fahrrädern, die wir jetzt haben, wächst die Schule (frei nach Stoiber) 10 Minuten näher an das Dorf.

 

 

Deutschunterricht:
Mit Lucho machten wir in dieser Woche Übungen zu verschiedenen Lebenssituationen. Dazu gab es Hörbeispiele und Textübungen.
Wir wurden am Montag mit dem Text für Patchis Vortrag fertig. Am Mittwoch konnten wir schon etwas üben, nachdem sie den Text ordentlich abgeschrieben hatte.
Wir machten mit Abril einige Worschatzübungen zum Thema "Zimmer im Haus" und am Mittwoch Leseübungen und Lückentexte.

Kindergarten:
Am Dienstag begleitete ich Ezequiel wieder bei seiner "Musik-Tour" durch die Kindergartengruppen. Wir wechselten uns zur Begleitung beim Gitarrespielen ab.
Mein Jardín-Einsatz am Donnerstag gefiel mir sehr gut. Wir waren mit der Nachmittagsgruppe draußen auf dem Schulgelände. Zunächst setzten wir uns in den Kreis, jeder bekam Klanghölzer und begleitet von einer Gitarre sangen wir geminsam einige Lieder. Danach spielten und kletterten die Kinder  auf herumliegenden Baumstämmen.
Bald kam Paula für die Englischstunde vorbei. Wir lasen die letzte Seite von "die kleine Raupe Nimmersatt" (auf Englisch versteht sich). Danach gestalteten die Kinder in kleinen Gruppen ihren eigenen Schmetterling.

 

Theaterunterricht:

 

Abgesehen vom Donnerstag war ich an jedem Nachmittag für Theaterproben eingebunden. Langsam wurde das Stück immer besser. Inzwischen probten wir mit Kulissen und allem was dazu gehört. Auch die Band war wieder dabei, denn zum Glück konnte Facundo wieder zur Schule kommen.

Freitag war endlich der Tag der Aufführung gekommen. Früh am Morgen kamen schon die Techniker und bauten die Licht- und Tonanlagen auf. Am Vormittag gab es die große Generalprobe (noch ohne Kostüme). Hier bestand meine Aufgabe darin die Mikrofone an die Darsteller zu verteilen und zu koordinieren wann wer welches Mikrofon benutzt. Den Technikern sagte ich genau an wer wann spricht, wann die Band spielt und wann welches Lied eingespielt werden muss. Mit dieser Vorbereitung lief die Aufführung am Abend mit den Kostümen wie geschmiert.

 

     

 Die Bühne                                                      Während der Aufführung                              Techniker bei der Arbeit

 Tanz                                                                 Der Rattenfänger ist am Werk                       Die Stadtkinder

 In der Nacht                                                                                                                        Verbeugen 


Freizeit und Wochenende:
Diese Woche war getrübt durch einen kleinen Schnupfen und eine kurzweilige Bindehautentzündung. Keine Sorge! Das Problem mit den Augen war nichts schlimmes: Die Augen waren gerötet und tränten stark - sehr wahrscheinlich hervorgerufen durch den vielen Staub der hier in der Luft lag. Das aufwachen wurde erschwert durch verklebte Augenlieder. Um den Schnupfen zu bekämpfen trank ich viel Tee und auch die Entündung ging nach einigen Tagen und unzähligen Kamillentee-Spülungen wieder weg. Seither gab es gesundheitlich keine Probleme mehr, worüber ich sehr froh bin.

In dieser Woche war ich am Dienstag beim Volleyball, Lars darüf am Donnerstag. Am Freitag fuhren Lars und ich nach dem erfolgreich absolvierten Theaterstück ins Dorf und aßen ein Eis. Danach besuchten wir Facundo und ließen den Tag mit etwas Brot, Mate und einigen Gesprächen ausklingen.

 

 Bei Facu                                                        "Dia de la Familia"                                        Pool bei Irene

 Am Samstag gab es in der Schule ein großes Fest zum "Dia de la familia" (Tag der Familie). Auf dem gesamten Schulegelände wurden kleine Spiele aufgebaut und es kamen viele Schüler mit ihren Familien, um den Tag Spaß zu haben. Viele brachten ihr eigenes Picknick (bestehend aus Sandwiches, Empanadas und Mate) mit oder deckten sich am Stand der Secundaria mit Kuchen ein. Es wurde sogar eine Fahrt im Heißluftballon verlost, die zum Abschluss des Fests stattfand. An diesem Tag kam Jeremias zu Besuch, zuvor halfen Lars und ich am Dartstand und nach seinem Besuch fuhren wir mit unseren neuen Fahrrädern zu Irene. Dort verbrachten wir einen schönen Nachmittag im Pool. Zum krönenden Abschluss des Tages besuchten wir Facundos Eltern, die am Rande von Cardales beim "Campo" (Feld) leben. Hier gab es ein wirklich leckeres Asado mit (wie immer) viel Fleisch und Chorizos.

 Der Asadomeister bei der Arbeit                                                      Lars und Max beim paddeln

Von Facundo erhielten wir am Samstag Basecaps, denn am Sonntag fuhren Lars und ich zum Kajak-Club "Kayak Escobar". Einer der Trainer fuhr vom Club aus mit uns durch einen Kanal im Flussdelta und von dort in den Rio Paraná. Wir kreuzten den Fluss und kehrten wieder zum Ausgangspunkt zurück. Die Tour dauerte einige Stunden und zum Abschluss badeten wir noch im Kanal. Dieser Tag war sehr schön. Es hat Spaß gemacht mit dem Kajak zu fahren, aber am Ende waren wir sehr erschöpft und froh wieder zu Hause zu sein.
 



 

- Eintrag 15 -

Mi, 16.10.2014

Hallo!

Ich melde mich mal wieder, ganz aktuell. In der letzten Woche und am Wochenende hatten wir leider einige Probleme mit unserem Internet, was meinen Blogeinträgen leider nicht gerade zugute kam. So verbrachte ich viel meiner freien Zeit damit in Reiseführern zu lesen.

In der Schule hingegen ist dafür immer mehr los. Durch mein immer besser werdendes Spanisch konnte ich inzwischen einige Vertretungsstunden übernehmen. Für das Theaterstück "The Pied Piper of Hamelin" (Der Rattenfänger von Hameln) finden seit letzter Woche Durchlaufproben statt. In der Primaria wird seit Beginn des Schuljahres fächerübergreifend auf die Aufführung am 24. Oktober hingearbeitet. Beteiligt sind Englisch-, Musik-, Deutsch- und natürlich Theaterklassen aus allen Primariajahrgangsstufen. Die Sage hat ihren Ursprung in Deutschland, das Theaterstück wird aber auf englisch aufgeführt. Im Theaterunterricht wurden Choreographien zu einzelnen Liedern erarbeitet, die während des Stücks Anwendung finden. Die sechste Klasse stellt je zwei Schauspieler für die Rolle des Bürgermeisters und des Rattenfängers und fungiert als "Band". Sie begleitet die Aufführung an verschiedenen Stellen mit spannender Musik. Im Deutsch- und Musikunterricht wurde auch das Lied für die Bewohner der Stadt Hameln eingeübt.
Ich werde mich während der Aufführung um die technischen Abläufe (Licht & Musik) kümmern. In den letzten Tagen arbeitete ich separat mit den Bürgermeister- und Rattenfängerdarstellern an ihren Dialogen: Aussprache, Betonung und Gestik.

Ich habe in letzter Zeit relativ viel über meine Freizeit berichtet, weil ich das Gefühl hatte, dass der Schulalltag nicht sehr interessant ist, wenn ich jede Woche das gleiche berichte. Natürlich hat die Arbeit in der Schule immer höchste Priorität. Ich möchte jetzt versuchen kürzere Wochenbeiträge schreiben, d.h. nicht jeden Tag einzeln abzuhandeln und stattdessen genauer auf die Teilprojekte meiner Arbeit und deren Entwicklung eingehen .

Feedback ist wie immer jeder Zeit gern willkommen. Ich hoffe meinen Blog verschlanken zu können um a) euch nicht zu langweilen, b) präziser meine Aufgaben im Projekt darstellen zu können und c) den Blog schneller auf einen aktuellen Stand zu bringen. (der momentane Zustand ist meines Erachtens nicht mehr lange tragbar)
So rückt auch meine Arbeit im Projekt wieder in den Vordergrund dieses Blogs, nicht meine Freizeitaktivitäten, von denen ich in Zukunft nur noch am Rande berichten möchte.

Weiterhin viel Spaß beim Lesen!

Euer Max

 



 

- Eintrag 14 -

Di, 13.10.2014 - So, 19.10.2014

Deutschunterricht:
Da am Montag frei war passierte in dieser Woche nicht viel im Deutschunterricht. Mit Lucho arbeiteten wir mit dem Hörverstehen zum Thema "Emotionen" weiter.
Bei Abril nahmen wir das Diktat ab und redeten über Dinge in der Vergangenheit, um das Sprechen in dieser Zeitform sicherer zu machen.
Patchi arbeitete under unserer Anleitung an ihrem Deutschland-Vortrag weiter.

Theaterunterricht:
Die Vorbereitungen für das Theaterstück "Pied Piper of Hamelin", das in der folgenden Woche aufgeführt werden sollte, laufen auf Hochtouren: Dienstag und Mittwoch gab es wieder Durchlaufproben und ich arbeitete weiter mit und an den Rollen des Bürgermeisters und des Rattenfängers.

Vertretungsunterricht:
Facundo konnte auch in dieser Woche nicht in die Schule kommen und so übernahm ich unerwarteter Weise am Mittwoch eine seiner Stunden, in der mir letztendlich Irene zu Hilfe kommen musste. Das lief dann am Freitag besser: Mit der vierten Klasse erarbeitete ich die zweite Strophe von "Alle meine Entchen" (Alle meine Täubchen) und sang ein Lied für das Theaterstück.
In der ersten und zweiten Klasse begann ich mit demThema "Familie" und Wörtern wie Mama, Papa, Kind, Oma, Opa, Onkel, Tante. Bis zum Ende der Stunde hatte jedes Kind Teile der eigenen Familie in sein Heft gemalt und beschriftet.

 

Huerta:
Am Dienstag hoben Lars und ich ein kleines Beet im Gemüsegarten aus. Die Schüler pflanzten darin Tags darauf im Unterrichts kleine "Pepino"-Pflänzchen (Gurken). Wegen den intensiven Theaterproben fielen wieder die ltzten 2 huerta Stunden aus. Mit der 3. Klasse pflanzten wir vorher jedoch noch ein paar Tomaten.

Beim Tomatenpflanzen -->

 

Kindergarten:
Im Kindergarten läuft immernoch alles wie gehabt. Am Dienstag beschäftigen Ezequiel und ich die Kinder mit Musik und Tanz und am Donnerstag helfe ich in der Nachmittagsgruppe.
Seit dieser Woche bin ich auch beim Englischunterricht (mit Paula [Lehrerin in der Primaria]) dabei.
Sie lesen zur Zeit das Buch von der kleinen Raupe Nimmersatt. Zu jeder Seite wird dann etwas kleines gebastelt. Diesmal beklebten die Kinder vorgemalte Raupen mit bunten Papierstückchen.
Vorher spielten die Kindern mit mir auf dem Spielplatz.

 

Wochenende und Freizeit: 

 

 

Am Mittwoch waren wir mal wieder bei Facundo zu besucht, wo wir Mate tranken und seiner Tochter bei den Hausaufgaben halfen.

 

Nachdem wir am Dienstag leider zu spät nach Escobar gefahren waren, hatten wir am Donnerstag mehr Erfolg: Wir ließen uns im Touristenbüro beraten und ich kaufte mir endlich neue Schuhe. (ich hatte bisher nur 1 Paar für alles, weil mir einen Tag vor Abreise in Deutschland meine Schuhe geklaut wurden... dieses eine Paar war inzwischen ziemlich abgewetzt)

<-- meine neuen Schuhe!
 

 

Am Freitag entdeckte ich ein Opossum auf dem Schulgelände, gerade als ich los wollte, um bei Facundo etwas frische Wäsche abzuholen. Außerdem ließ sich unsere Badezimmerspinne wieder sehen.
Wir ließen die Woche in "La Reserva" ausklingen, einer kleinen Brauerei mit selbstgrbrautem und recht leckerem Bier.

 

Das Opossum -->

unser kleines Hausspinnchen unterm Schrank

Am nächsten Tag fuhren wir am Nachmittag nach Tigre, wo wir uns mit einem Couchsurfing-Kontakt trafen, um zu einem "Jineteada"-Turnier zu gehen. Das ist eine traditionelle argentinische Sportart, bei der es darum geht so lange wie möglich auf einem ungezähmten Pferd zu bleiben - ein ziemlich schwieriges Unterfangen!

Nach dem Turnier gab es eine Siegerehrung, es wurde live-Musik gespielt und dann begann eine große open-air Party. Wir fuhren danach mit dem Bus nach Buenos Aires und verbrachten die Nacht bei dem Couchsurfingkontakt.

Am nächsten Tag schliefen wir lange, quatschten mit Jonathan (CS-Kontakt) und entschieden uns dann einen Spaziergang durch die "Reserva Ecológica" von Buenos Aires zu machen.
Auf dem Weg dorthin entkamen wir knapp einer Trickdiebin und verbrachten danach den Nachmittag in dem Fleckchen Natur am Rande der Großstadt.

<-- Aftershowparty beim Jinneteada
 

Der glücklicherweise misslungene Trick der Diebin:
Die hinterhältige Dame bespritzte uns mit einer übel riechenden Flüssigkeit und versuchte uns weiß zu machen, dass das Vogelkacke sei. So hilfsbereit, wie sie mit ihren 1000 Servietten in der Handtasche tat, war sie nicht. Sie sagte sie wolle uns sauber machen und versuchte uns so mit allen Mitteln abzulenken:

Sie hielt uns die verschmierten Servietten ins Gesicht, um uns den vermeintlichen Vogelmist zu zeigen und brachte uns dazu unsere Taschen abzustellen. Doch als sie gerade an Lars' Rücken herumfuhrwerkte bemerkte ich in ihrer Hosentasche die kleine weiße Plastikflasche mit dem verschmierten Loch im Deckel - die Tatwaffe! 

Fake-Vogelkacke auf'm Rücken -->

Ich gab Lars ein Zeichen, wir schnappten unsere Rucksäcke, die sonst wohl gleich weg gewesen wären und rannten davon! Wir stanken noch den ganzen Tag nach der Ekel-Brühe und mir wurde noch tagelang übel vom Gedanken daran, aber wir kamen glücklicherweise ohne körperliche oder materielle Schäden davon - Das ist wohl das wichtigste!

Der restliche Tag war wie gesagt schön, wenn auch mit viel Laufen verbunden und wir waren sehr froh abends wieder in Cardales zu sein.

 



 

  - Eintrag 13 -

Mo, 06.10.2014 - So, 12.10.2014

Deutschunterricht:
In dieser Woche begannen wir mit Patchi einen Vortrag über Sehenswürdigkeiten in Deutschland zu erarbeiten. Hier bietet sich Lars und mir die Möglichkeit den Schülern Wissen über unser Land zu vermitteln.

Mit Abril, die in der vorherigen Woche einen super Auftritt hingelegt hat, üben wir jetzt auch für ein Diktat. Die Diktate hier sind sozusagen momentanes "Pflichtprogramm", denn das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und Claudia braucht noch einige Noten bis zum Notenschluss. Abgesehen davon lässt sich anhand des Textes gut am Wortschatz der Schüler arbeiten.

Theaterunterricht:
Meine Nachmittage verbrachte ich in dieser Woche viel in der Sporthalle, denn nun (3 Wochen vor der Aufführung) begannen wir mit den ersten Durchlaufproben für das Theaterstück "The Pied Piper of Hamelin" (der Rattenfänger von Hameln). Während der Proben bin ich für das Einspielen der Lieder verantwortlich, außerdem gebe ich kleine Ratschläge und Tipps an die Schauspieler und unterstütze Marianna beim Ablauf.
Die Durchlaufproben finden immer in den letzten beiden Unterrichtsstunden statt, vorher arbeite ich zum Beispiel mit den Hauptdarstellern (Bürgermeister und Rattenfänger) einzeln an ihren Rollen - d.h. an Gestik, Betonung und Aussprache, denn das Stück wird auf englisch aufgeführt.

Kindergarten:

Den Kindergarten besuche ich weiterhin 2 Mal in der Woche. Am Dienstag begleite ich Ezequiel, den Musik-lehrer, der am Vormittag in jeder Gruppe ca. 20 Minuten mit den Kindern singt, tanzt und spielt. Dabei wechseln wir uns in der Begleitung mit Gitarre und Cajon ab.
Am Donnerstag begleite ich eine Gruppe am Nachmittag nach der Mittagspause. Zuerst gibt es eine kleine "Unterrichtsstunde", wobei manchmal auch einfach nur ein Lied gesungen wird und die Bilder, die dazu an der Tafel entstehen malen die Kinder danach ab. Wenn schönes Wetter ist, gehen wir danach raus zum spielen auf dem Spielplatz. Im Anschluss daran versammeln sich alle im Comedor (Essraum) des Kindergartens und essen Obst und Kekse, dazu gibt es Wasser und Saft.
 

Ezequiel beim Gitarrespielen

Zum Abschied holen die Kinder ihre Rucksäcke und stellen sich in zwei Reihen an der Hintertürauf, wo die Bandera (Flagge) abgenommen wird. An der Vordertür warten dann schon die Eltern, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen.

 

Huerta:

 

 

Der Sommer rückt näher und im Gemüsegarten wird immer mehr gepflanzt. Diese Woche: Spinat.
Im"Chacra" ist bisher leider noch nichts gediehen, aber das kommt hoffentlich noch.

 

 

nach dem Pflanzen wird gegossen -->

 

Deutsch- / Musikunterricht:
Facundo fehlte an diesem Freitag. Ich übernahm seine Stunden und machte in den Klassen das weiter, was wir bisher angefangen hatten: "Alle meine Entchen".
Die vierte Klasse lernte bei mir die erste Strophe, mit der zweiten sang ich das ganze Lied und die erste Klasse lernte die letzte Strophe kennen. Nachdem wir fleißig gesungen hatten wurde gemalt, was wir zuvor gesungen haben.

Freizeit & Wochenende:
Nach der Schule halten wir uns meistens in unserem Zimmer auf. Es gibt immer viel zu tun: Essen kochen, Geschirr spülen, Blog schreiben, Wohnung putzen und Mücken bekämpfen (denn noch haben wir kein Mückennetz).
Außerdem gehen wir Dienstag und Donnerstag weiterhin zum Volleyball. An diesem Dienstag haben wir uns vorher mit Claudia im Café "Trevi" an der Plaza getroffen, um einige organisatorische Dinge zu besprechen. Als wir nach dem Volleyballtraining nach Hause kamen war die Glühbirne der Lampe in unserem Zimmer kaputt - also standen wir erstmal im Dunkeln. Jetzt haben wir vorerst wieder Licht, dafür sehen wir aber im Flur nicht mehr so viel: Ich kam auf die glorreiche Idee die Birnen einfach auszuwechseln. :D

Während Lars sich an dem langen Wochenende mit Jeremias in Tandil vergnügte, hatte ich mich mit einigen anderen Freiwilligen zum Zelten in der Reserva in Pilar verabredet. Aus diesem Anlass besuchte ich am Freitag Abend Facundo, um sein Zelt zu holen, das er mir freundlicher Weise angeboten hatte auszuleihen.

 

<-- das leckere Abendessen

Wir trafen uns bei ihm, quatschten und aßen ein sehr leckeres Abendessen zusammen. Danach spielten wir FiFa und schon war es so spät, dass ich mich dazu entschloss bei Facundo zu übernachten.

Wir standen also früh auf, denn ich erwartete noch einige Nachrichten von den anderen, wie das Zelten ablaufen sollte. Vormittags machte ich mit Facundo noch einige Besorgungen, wir aßen zu Mittag und dann fuhr er mich mit dem Zelt und einem Sack frischer Wäsche nach Hause.

 

Leider wurde das Campen in der Reserva abgesagt, aber inzwischen war die Entscheidung gefallen, dass ich mich mit Johanna, Leander und Philipp in Escobar treffen würde. Dort entschieden wir in eine Mall zu fahren, um ins Kino zu gehen. Bevor der Film "22 Jump Street" begann shoppten wir noch ein bisschen. 

 

 

Philipp beim Melonenshopping -->

Nach dem Film, der mir besser gefiel als erwartet, blieb ich in dieser Nacht in Ermangelung eines Busses nach Cardales bei Philipp und Leander im Projekt "Fundación Oxenford". Den Sonntagmorgen verbrachten wir mateschlürfend im Garten und nach dem Mittagessen (Nudeln mit Tomatensoße) begannen Leander und ich uns eigene Matebecher zu basteln. Aber das wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen...

Am Montag war auch noch frei. Lars kam morgens um neun aus Tandil zurück, weshalb ich am Sonntagabend wieder nach Hause fuhr, denn irgendeiner musste den armen Kerl ja rein lassen. Eigentlich war für diesen Tag ein Asado bei Facundos Eltern angesetzt, was leider doch nicht stattfand. So verbrachten Lars und ich den Tag zu Hause: ohne W-LAN war dies leider ein recht unproduktiver Tag.

 



 

  - Eintrag 12 -

Mo, 29.09.2014 - So, 05.10.2014

Deutschunterricht:
Montags und mittwochs arbeiten Lars und ich am Vormittag mit drei Deutschschülern, die sich deutlich vom Sprachniveau der anderen abheben und durch uns außerhalb des regulären Unterrichts extra gefördert werden.

"Lucho" (unser ältester "Einzel"-Schüler) arbeitet zur Zeit für seinen nächsten Sprachtest. Bei seiner letzten Prüfung hat er nur den Teil "Hören" nicht bestanden, den er noch nachholen muss. Um ihn darauf vorzubereiten machen wir Hörübungen mit ihm.

"Patchi", unsere älteste Schülerin hatte während unserer letzten Stunden die Zeit damit verbracht einen Diktattext zu üben. Am Donnerstag nahmen wir dann das Diktat ab und arbeiteten mit ihr an einem Vortrag über die Sehenswürdigkeiten Deutschlands zu erarbeiten. Dieses Projekt hatte sie schon mit unserem Vorgänger "Artin" begonnen.

Mit "Abril", der jüngsten unserer "Einzel"-Schüler haben wir über die letzen Wochen hinweg einen Nachrichtentext geübt, den sie am Freitag im Theaterstück zum Tag der deutschen Einheit als Nachrichtensprecherin vortrug.

Vorallem im Deutschunterricht der Secundaria wurden im Laufe des Schuljahrs viele Projekte zum Thema "Mauerfall" und "Wiedervereinigung Deutschlands" gemacht. In Kooperation mit der Primaria und dem Fachbereich Musik wurde dann aus den erarbeiteten Informationen das Theaterstück zum Tag der deutschen Einheit zusammengesetzt.

Tag der deutschen Einheit:

 

 

Als wir am Freitag morgen aus unserem Zimmer kamen war schon die ganze Schule auf den Beinen, überall liefen die Vorbereitungen für den "Acto", die Vorführung des lange erarbeiteten Schauspiels. Die halbe Sporthalle war bestuhlt und alles war geschmückt in schwarz-rot-gold.

Um 10.00 Uhr kamen die ersten Gäste und dann gings auch schon los:

 

 <-- Die Sporthalle: bestuhlt und geschmückt

Das Stück unter der Regie von Irene und Claudia stellte Unterschiede zwischen BRD und DDR in kurzen Szenen dar. Gefühle vor und nach dem Mauerfall wurden u.a. durch Lieder und Plakate dargestellt. Auch die deutsche Nationalhymne wurde gesungen, ebenso das FDJ-Lied "Unsre Heimat". Es wurde von einer Primaria-Klasse im Chor vorgesungen und sollte den Unterschied zur Jugend im Westen demonstrieren.
Das Lied "Steh auf" von den Toten Hosen wurde zum Schluss von Schülern der Secundaria performt, begleitet von einer Schülerband unter Facundos Leitung und Claudia und mir als gesangliche Unterstützung. Es steht hier für den Drang weiterzumachen und die Hoffnung nicht aufzugeben, bis die Mauer fällt.

Bei der Aufführung -->

Nach dem Theaterstück konnte man am hinteren Ende der Sporthalle Kuchen, Brezeln und Weißwürste bei Secundaria Schülerinnen im Dirndl kaufen.

Huerta:
Am Mittwoch war ich (wie eigentlich immer) in der Huerta (dem Gemüsegarten). In dieser Woche begannen wir damit ein "Chacra" anzulegen. Das ist eine besondere Form der Bodennutzung, wobei 3 verschiedene Nutzpflanzen gleichzeitig im gleichen Beet wachsen und sich dabei gegenseitig unterstützen:

In 140cm Abstand gruben wir Löcher mit 30cm Durchmesser, darin pflanzten wir Mais. Sobald die Maispflanzen 30cm hoch sind, werden in den gleichen Löchern Bohnen gepflanzt. Die Bohnenranken wachsen entlang der Maispflanze in die Höhe. Als Bodendecker werden zwischen den Maispflanzen Kürbisse gepflanzt. Durch die unterschiedlichen Ansprüche an ihre Umwelt können alle drei im gleichen Beet wachsen, ohne sich gegenseitig zu stören.

In dieser Stunde habe ich angefangen beim Huertaunterricht eigene Teilgruppen zu übernehmen. Ich erklärte zunächst vor der ganzen Klasse den Arbeitsschritt und beaufsichtigte danach die Schüler beim pflanzen und half die Löcher an die richtige Stelle zu setzen.

Mit einer anderen Klasse säten wir in Kleingruppen je 3 Tomatenpflanzen in 30cm Abstand zueinander. Dazwischen wurden 2 Baskilikums gesät. Das Basilikum als aromatische Pflanze dient hier als natürlicher Insektenschutz.

Wochenende:
Sehr spaßig war der Friseurbesuch mit Gabi (Sportlehrer) am Freitag. Lars, der schon seit Ankunft in Argentinien Panik vor dem Friseur schob, wollte sich die Haare schneiden lassen.
Alles begann damit, dass Lars sein Handy rausholte um dem Friseur seine Wunschfrisur zu zeigen. Der wiederum beachtete den Frisurwunsch gar nicht und begann seine Arbeit mit der Haarschneidemaschine/Rasierer, ohne dabei auf Lars' Proteste einzugehen. Die Prozedur dauerte einige Minuten und war für die restlichen Besucher des Friseursalons sehr spaßig. Am Ende hatte Lars kürzere Haare als erhofft, aber dennoch eine ziemlich schicke Frisur.

 

Am Abend fuhren wir nach Buenos Aires und trafen einen etwas komischen couchsurfing Kontakt, der von einem Hochhaus aus einen kurzen Blick über die Stadt verschuf. Wieder unten angekommen waren wir nicht unglücklich den Herrn wieder zu verlassen und uns auf den Weg zu Marcelo zu machen. Bei ihm kochten wir gemeinsam und statteten dem "El Alamo" einen zweiten Besuch ab. Am Samstag traf ich mich mit einem weiteren couchsurfing-Kontakt um zu quatschen und einen kaffee zu trinken, während Lars im Park Fußball spielte. Abends fuhren wir zurück nach Cardales, wo wir abends um 10:00 Uhr versuchten Brot zu kaufen. Nach 1 Stunde Fußmarsch durch feinen Nieselregen waren wir dann endlich - sogar MIT Brot!!! - zu Hause.

 

Eins der Fotos aus dem "Deutschen Klub"

Den regnerischen Sonntag verbrachten wir zu einer Hälfte zu Hause im Bett und zur anderen Hälfte bei Facundo mmit Mate, FiFa und Käsekrackern.

 



 

  - Eintrag 11 -

Mo, 22.09.2014 - So, 28.09.2014

Montag: 

Die Woche begann etwas verplant. Nachdem wir morgens mit Abril (Deutschschülerin - Secundaria) den Nachrichtentext für das Theaterstück zum Tag der deutschen Einheit geübt hatten, tauchte Patchi (Deutschschülerin - Secundaria) zu ihrer Unterrichtsstunde nicht auf. Lars und ich suchten also den Hausmeister Jorge auf, um ihn einige Dinge zu fragen. Als wir wieder zurückkamen war Patchi immernoch nicht da. Endlich kam sie. Wir übten einen Diktattext. Patchi ging in die Klasse, um einen Stift zu holen. Da fiel ihr auf, dass sie gar keinen Deutschunterricht mehr hatte - was wir auch nicht wussten, denn vom Stundenwechsel hatten wir nichts mitbekommen, denn zu dem Zeitpunkt waren wir bei Jorge.

Auch zum Mittagessen gingen wir zu früh: 12:00 statt den vorgesehenen 13:00 Uhr, wie es anfangs vorgesehen war. Inzwischen gehen wir nur noch um 12:00 Uhr essen.

Am Nachmittag wurden im Yoga- und Theater Choreographien für das Theaterstück "Pied Piper of Hamelin" (Rattenfänger von Hameln) eingeübt.

Nach der Schule blieben wir in unserem Zimmer und schrieben an unseren Blogs. Lars packte seine Kochkünste beim Nudelnaufwärmen aus und nach dem Abendessen war Schlafengehen angesagt.

Dienstag:

Am Vormittag waren Lars und ich das erste Mal im Kindergarten. Wir begleiteten den neuen Musiklehrer bei seiner "Tour" durch alle Kindergartengruppen. Wir begleiteten klatschen und - so weit möglich - singend die Lieder.

Das Mittagessen war mal wieder sehr lecker! - Bratkartoffeln mit Fleisch und Salat.

Der Nachmittag wartete mit einem Missverständnis meinerseits auf: Lucila (die Huertalehrerin) sagte mir in der Woche zuvor sie würde diese Woche erst eine Stunde später zum Unterricht erscheinen. So blieb ich eine Stunde länger auf dem Zimmer... Was ich nicht bemerkt hatte war, dass es erst Dienstag war und so kam ich glatt 'ne Stunde zu spät zum Theaterunterricht. - peinlich! Naja immerhin nutzte ich die Zeit um uns aus der Küche etwas Essen zu besorgen.

Da es regnete war der Theaterunterricht in den Klassenraum verlegt worden. Die letzte Stunde verbrachten wir in der Bücherei, dort leitete ich ein kleines Spiel an.

Am Abend gingen Lars und ich das erste Mal zum Volleyballtraining im Sportclub. Wir spielten mit ein paar netten Argentiniern 1 1/2 Stunden Volleyball. Das machte Spaß und wir entschieden uns dazu bald wieder hin zu gehen.

Mittwoch:

Der Schultag lief ab wie gewöhnlich. Vormittags Deutschunterricht in der Secundaria und nachmittags wurden in der Huerta Salat, Radieschen und Blumen gepflanzt.

Am Abend fuhren Lars und ich nach Pilar. Lars hatte vor mit Jeremias nach Capital zum Beer-Pong-Wednesday zu fahren, während ich bei Daniel übernachten wollte um am nächsten Tag gemeinsam zum Freiwilligentreffen zu fahren. Lars und Jeremias fanden leider keinen Couchsurfer in Buenos Aires, der sie für die Nacht hätte aufnehmen können. So verbrachten wir gemeinsam Zeit in Pilar, aßen Choripan und suchten ein kleines Eckcafé aus um ein Bier zu trinken. Lars ging danach mit zu Jeremias, Daniel und ich fuhren wie geplant zu ihm. Wir bauten mir ein kleines Nachtlager und quatschen noch eine Runde bevor wir schlafen gingen.

Der Abend hat mir gut gefallen, so erfuhr ich auch mal etwas über Daniels Aufgaben in seinem Projekt, von dem ich bis dahin noch nicht so viel gehört hatte.

Donnerstag: Freiwilligentreffen #1 @ LEP

 

Das Freiwilligentreffen begann erst am Nachmittag im Projekt meiner Mitfreiwilligen Margot namens "LEP". So konnten Daniel und ich ausschlafen, uns ganz gemütlich fertig machen, mein Bett wieder wegräumen und frühstücken bevor wir los mussten. Gegen 13:00 Uhr saßen wir dann an der Bushaltestelle, bald kam der gelbe 203 - Bus.

 

Wir sagten dem Busfahrer er solle uns an der richtigen Bushaltestelle bescheid sagen, wann wir aussteigen müssen. Vielleicht hater uns falsch verstanden, jedenfalls verließen wir den Bus eine Haltestelle zu früh. - Weit und breit war kein groß angekündigter "Carrefour" zu sehen, auch die "Maschwitz Mall" war nicht zu entdecken. So mussten wir uns wohl oder übel zu Fuß auf den Weg machen - es hatte gerade angefangen zu regnen.

<-- Fußmarsch bei Regen entlang der Autobahn

 

Der "Carrefour" und die zugehörige "Maschwitz Mall" kamen bald in Sicht, kaum waren wir dort angelangt fing es richtig an zu schütten, sodass wir uns in letzter Sekunde unter die Autobahnbrücke retten mussten. Hier kamen wir in den Genuss eines schönen argentinischen Starkregengusses: Nach einigen Momenten stand die komplette Straße unter Wasser- Unser Unterstand füllte sich zusehends mit schutzsuchenden Fußgängern, Radfahrern, Motorradfahrern, Autos und - weil der Verkehr es nicht anders zuließ - mit Bussen, sogar eine kleine Kutsche stand unter der Brücke. Bald ließ der Regen etwas nach, nun begann neben den Wassermassen auch der Verkehr wieder zu fließen und Daniel und ich entschieden uns weiter zu gehen. Doch schon nach den ersten Metern stellten wir fest, dass wir uns wohl zu früh entschlossen hatten unseren Fußmarsch fortzusetzen. Wir retteten uns erneut in einen Unterstand, diesmal eine Bushaltestelle. Doch der Regen schien nicht aufzuhören und so begaben wir uns nach einigen Minuten wieder auf den Weg und kamen aufgrund unzureichender Wegbeschreibungen zum Eingang eines Countryclubs, in dem sich wiederum einige Leute zum Schutz vor dem Regen untergestellt hatten. Sie versuchten uns krampfhaft zu helfen den richtigen Weg zu finden, doch letzendlich half nur ein Anruf bei Mechtild und die Sache war geklärt. 

Wir liefen also ein weiteres Mal los, der Regen wurde immer weniger und als wir bei "LEP" ankamen hatte es vollständig aufgehört. Dafür waren Daniel und ich nass bis auf die Knochen, aber froh und glücklich heil angekommen zu sein. Zur Begrüßung gab es Mate, Brownies und "Tortas Fritas" (frittierte Gebäckteilchen). Die Brownies waren wohl für die Geburtstagskinder des ersten Monats bestimmt, aber bis die ankamen war aber das meißte schon weggefuttert.

Nach einiger Wartezeit waren endlich alle beisammen und das "Meeting" konnte beginnen. Wir besprachen Organisatorisches, berichteten wie es uns im ersten Monat ergangen war und planten Termine für die nächsten Freiwilligentreffen. Im Anschluss zeigte Margot allen ihr Projekt, damit war das Freiwilligentreffen dann vorbei.

Während Mechtild ein Einzelgespräch mit 2 Freiwilligen führte warteten Meike, Lars, Margot und ich quatschend im Nebenraum und versuchten mit einem kleinen Heizventilator unsere Kleidung zu trocknen. Nach gefühlten 5 Stunden war das Gespräch endlich vorbei und wir begaben uns mit Mechtild und Meike im Bus auf dem Heimweg. Unterwegs kauften wir noch Chorizos für das Abendessen, glücklicherweise fanden wir auch noch in Cardales einen Kiosk, der spät noch offen hatte und uns Brot verkaufte.

Zu Hause angekommen aßen wir das zuvor selbst zubereitete Choripan und gingen schlafen.

Freitag:

Da Facundo noch mit der sechsten Primariaklasse in Cordoba auf "Abschlussfahrt" war ging ich am Vormittag mit in die Sporthalle, wo Claudia und Irene mit ihren Deutschklassen der Secundaria das Theaterstück zum Mauerfall für den Tag der deutschen Einheit probten. Ich wurde natürlich gleich mit eingebunden: Ich unterstützte von nun an die Schüler beim Singen (mit meinen mehr oder minder guten Gesangskünsten). Nach dem Mittagessen (Hamburger) hatte ich einige Zeit frei und untertützte dann, nachdem Lars aus dem Huertaunterricht wiederkam, Lucila in einer Englischvertretungsstunde.

 

Am Abend machten Lars und ich uns mal wieder auf den Weg nach Capital. Wir liefen schnell ins Dorf, um den Bus nach Pilar zu erwischen - er war dann leider schon weg. Wir warteten also an der Plaza auf den nächsten Bus nach Escobar. 

An der Bushaltestelle bekamen wir den Tipp, dass man von "Rio de Lujan" aus schneller nach Buenos Aires kommen könnte als über Escobar. Wir beschlossen diesen Weg auszurobieren und hofften an der Haltestelle einen "RAPIDO" (schnell) - Bus in die Hauptstadt zu bekommen (innerhalb von 15 min. sollte einer kommen, so wurde uns versprochen). Wir warteten gut 5 Minuten und da kam schon ein Bus in die Stadt, aber kein "RAPIDO" - wir entschlossen uns zu warten. Falsche Entscheidung! Es kamen weitere Busse nach Escobar, aber kein einziger  mehr nach Buenos Aires. Nach einer guten Stunde reinen Wartens nahmen wir doch den nächstbesten Bus nach Escobar und von dort aus einen "SEMI-RAPIDO" (halb-schnell) -Bus in die Stadt.

<-- Max an der Bushaltestelle

 

Nach einer recht langen, ermüdenden Busfahrt kamen wir endlich am Ziel an. Auch das Haus unseres Couchsurfing-kontakts war bald gefunden. Bei "Marcelo" wurden wir herzlich mit Pisco empfangen und nach einer Weile machten wir uns gemeinsam auf den Weg das Nachtleben in den Bars von Buenos Aires zu erkunden. Wir landeten letztendlich in einer mehr als gut gefüllten, mehrstöckigen Studentenbar namens "El Alamo" in Recoleta. Hier musste man gut aufpassen niemandem auf die Füße zu latschen, es lief Musik und es wurde auch nicht gerade wenig getrunken, was es nicht wirklich einfacher machte sein Gegenüber zu verstehen - schon gar nicht wenn derjenige Spanisch redete. Lars schien das alles nicht sehr viel auszumachen, er plauderte unablässig - unabhängig davon ob man ihn oder er selbst etwas verstand.

Im "Alamo"

Als Marcelo müde folgten wir ihm Heim und machten es uns auf Sofa und Boden gemütlich.

Samstag:

Der Samstag begann für mich erst spät gegen 13 Uhr. Lars hingegen verschlief den ersten Wecker um 10.00 Uhr, sprang dafür aber um 11:00 Uhr wie angestochen aus dem Bett, weil er sich um diese Uhrzeit eigentlich schon mit Jeremias am Bahnhof Retiro verabredet hatte.

Ich hatte einen entspannten Morgen an dem ich während des Rugbyspiels Südafrika - Australien einen Kaffee mit einem Muffin und einem Apfel frühstückte.

 

Um 15:00 traf ich Lars im Park beim Torre de los Ingleses, hier verweilten wir 2 Stunden, bis wir und mit zwei anderen Freiwilligen in "Martinez" (Stadtteil von Buenos Aires) trafen. Hier aßen wir Mittagessen (Spaghetti Carbonara) und machten uns dann auf den Weg nach San Telmo um an einem sog. "Pub Crawl" teilzunehmen. Hierbei besucht man in einer großen Gruppe nacheinander mehrere Bars und geht danach in einem Club feiern.
Mir persönlich hat der Abend nicht so sehr gefallen, aber er war dennoch eine Erfahrung wert. Mir gefiel der Club nicht besonders, obwohl man einen guten Blick auf die Skyline von Buenos Aires hatte.

Wir konnten in dieser Nacht im Haus unserer Mitfreiwilligen übernachten.

Am "Torre de los ingleses"

 

Sonntag: der lange Heimweg...

Gegen 11 Uhr machten Lars und ich uns auf den Heimweg, der eigentlich hätte recht schnell von statten gehen können: Mit dem Zug ein paar Stationen bis nach Tigre, von dort einen Bus nach Escobar und hier in den nächsten Bus nach Cardales - reine Fahrtzeit: ca. 1 1/2 - 2 Std. (wenn's hoch kommt!)

 

 

Für uns lief die Heimreise anders als geplant: Bis Tigre ging alles gut. Hier aßen wir zur Stärkung einen "SUB" (Sandwich von SUBWAY)  und warteten dann auf den Bus. Nach ca. einer Stunde (vielleicht auch 1 1/2) warten kam immernoch kein Bus nach Escobar. Wir nahmen den Rat einer Frau an, die auch nach Escobar wollte und fuhren mit ihr bis zu einer anderen Haltestelle an der auch Busse nach Escobar fahren. Hier warteten wir wieder recht lange, aber diesmal kam ein Bus. Von Escobar konnten wir endlich den lang ersehn-ten Bus nach Cardales nehmen. Letztendlich dauerte der gesamte Heimweg 5 Stunden, die meiste zeit verbrachten wir mit WARTEN....

<-- endlich in Escobar!

Zu Hause war nicht mehr viel mit uns anzufangen, nachdem wir abends gekocht und gegessen hatten fielen wir erschöpft in unsere Betten, um für die folgende Schulwoche fit zu sein.

 



 

  - Eintrag 10 -

Mo, 14.09.2014 - So, 21.09.2014

Montag:

Diese Woche begann eher bescheiden, durch den Regen am Sonntag zuvor wurde Lars am Montag krank und lag 1 1/2 Tage im Bett, aber lest selbst:

 Morgens war Lars jedenfalls noch so fit, dass er mit in den Unterricht gekonnt hätte, aber es war "Tag des Buches": Nach einer kurzen Rede von der Leiterin des Kindergartens waren alle Schüler dazu angehalten zu lesen. Nach einigen Anläufen das auch in der Secundaria durchzusetzen gaben die Lehrer auf: Wer lesen wollte las, wer nicht, nicht und Claudia gab uns den Vormittag frei. Nach dem Mittagessen gingen wir wieder in unseren jeweiligen Unterricht. Als ich aus der Yoga-Theater-Klasse zurück in unser Zimmer kam lag Lars schon flach.

Langsam war es Zeit unsere Wäsche zu waschen... Ich hatte mich im Laufe des Nachmittags mit Facundo (Deutsch- & Musiklehrer) verabredet, der zugestimmt hatte mich nach der Schule mit dem Auto ins Dorf mitzunehmen. So machten wir uns auf den Weg: Er fuhr mich nicht nur zur Wäscherei, sondern auch zum Supermarkt und half mir in der Apotheke dabei Medikamente für Lars zu kaufen. Wir verbrachten noch etwas Zeit bei ihm zu Hause, quatschten und tranken Mate. Danach fuhr Facu mich zurück zur Schule.

Ich kochte für den schlafenden Lars und mich Abendessen: Reis mit Gemüse und Fisch. Nach dem Geschirrspülen kochte ich Lars noch einen "Tee-Wick" und haute mich nach einem langen Tag ins Bett.

Dienstag:

Lars ging es immernoch nicht besser und blieb den ganzen Tag im Bett, während ich mich - müde wie ich war - über den Tag rettete. Ich klärte zunächst dieTermine im Kindergarten ab und half am Nachmittag bei Claudia im Deutschunterricht. Irene kam in unsere Klasse und beide erhielten von den Schülern Geschenktüten zum Lehrertag. Danach erarbeiteten Claudia und Irene zu der deutschen Version des Beatles-Songs "I want to hold your hand" "Komm gib mir deine Hand" spontan eine Choreografie - ziemlich beeindruckend, wenn ihr mich fragt.

Den Rest des Schultags verbrachte ich bei Facundo im Musikunterricht: Wir arbeiteten weiter an "Alle meine Entchen" - dazu fand Facu im Internet noch 2 weitere Strophen.

Am Abend traf ich mich wieder mit Facundo, um die fertige Wäsche abzuholen. Ich blieb eine Weile bei ihm, wir tranken Mate und brachten dann seine Tochter zum Rollschuhlaufen. Dann brachte Facundo mich und die frische Wäsche wieder zurück zur Schule.

Lars hatte sich derweil wieder etwas erholt und briet uns dann Hamburger, die wir aus der Küche bekommen hatten. Wir bestelten uns jeder einige selfmade-burger zusammen und gingen nach dem reichlichen Abendsessen schlafen.

Mittwoch: "Beer Pong Wednesday" & Couchsurfing

Nach der Schule machten Lars und ich uns auf den Weg nach Buenos Aires. Für Donnerstag hatten wir frei bekommen, um uns gegen Gelbfieber impfen zu lassen. 
Für den Abend hatten wir uns einige Couchsurfingveranstaltungen herausgesucht und für die Nacht auch einen Couchsurfingkontakt gefunden, bei dem wir schlafen konnten.

 

Programmpunkt Nr. 1: "Mundo Lingo Party" - SORIA-Bar

 

 Bei Mundo Lingo Parties treffen sich Menschen aus der ganzen Welt. So kann man mit jedem auf allen möglichen Sprachen kommunizieren, vorausgesetzt man kann sein Gegenüber verstehen. Das ist leicht herauszufinden: Anhand der Flaggenaufkleber auf dem T-Shirt jedes einzelnen ist zu erkennen welche Sprache derjenige spricht.

Von zwei Mitfreiwilligen, mit denen wir uns zu dieser Veranstaltung verabredet hatten, hatten wir schon gehört, dass das auch ein guter Ort wäre seine Spanischkenntnisse aufzubessern. Nach 1 Stunde langen Wartens kamen die beiden dann auch endlich in der Bar an. Leider hatten wir nicht so viel Spaß wie angekündigt, außerdem mussten wir noch weiter zum "Beer Pong Wednesday", da wir dort unseren ersten Couchsurfing-Kontakt treffen würden. Wir verließen also die SORIA-Bar und machten uns auf den Weg zur "SUGAR"-Bar.
Die Beer-Pong-Tische standen schon bereit und bald ging es mit dem Beer-Pong-Turinier los: Lars Team verlor schon in der ersten Runde, während mein Team erst in Runde 2 ausschieden.

 

 

 

Währenddessen suchten Lars und ich Jorge (unseren ersten Couchsurfing-Kontakt) auf, bei dem wir diese Nacht schlafen wollten. Er war mit seinem riesigen Bart eine sehr beeindruckende Erscheinung. Nachdem das Beer-Pong-Turnier für uns gelaufen war gingen wir mit dem jungen Architekturstudenten in eine andere Bar um Billard zu spielen. 

Spät in der Nacht fuhren wir dann mit Jorge und seinem französischen Kumpel zu ihm. Er zeigte uns seine Wohnung mit großer Party-Dachterrasse, danach machten wir es uns in unseren Schlafsäcken gemütlich.

Ein sehr schöner, entspannter Abend.

 

Kreuzung vor Jorges Wohnung (von der Dachterrasse aus)

 

Donnerstag: Gelbfieberimpfung

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen machten wir uns gegen 10:00 Uhr auf dem Weg zum Gelbfieberimpfzentrum. So kamen wir ein weiteres Mal am Plaza de Mayo und er Casa Rosada und umliegenden Plätzen und Straßen vorbei.

<-- Plaza de Mayo (gegenüber der Casa Rosada)

 

Das Gelbfierberimpfzentrum war bald gefunden und die Impfung hatten wir schnell hinter uns gebracht. Da wir bei Jorge kein Frühstück hatten, beschlossen wir entlang des Puerto Madero zurück in Richtung Retiro zu laufen und uns in einem der Restaurants ein Mittagessen zu gönnen.

 

Wir entdeckten wir ein recht nobles Restaurant mit einem verlockenden Angebot: $ 125 Pesos für ein All-You-Can-Eat-Buffet (+ $ 20 Pesos Service + $ 23 Pesos für ein Pflicht Wasser) - klingt viel, aber umgerechnet sind das nur ca. 10€. Es gab viel gutes und leckeres Essen und Nachtisch inklusive - erste Sahne! Nach 1 1/2 Stunden der Schlemmerei bei bester Hafen-Skyline-Aussicht waren wir satt für den Rest des Tages. Wir verließen mit vollen Bäuchen das Restaurant, machten noch ein kleines Fotoshooting am Hafen und liefen dann schnellen Schritts weiter zum Bahnhof.

<-- Das Vorspeisenbuffet

Die Aussicht von unserem Tisch

Mit dem nächsten Zug gings  nach Pilar und von dort wie gewöhlich mit dem Bus nach Los Cardales. Hier war uns schon Angst und Bang vor dem langen Fußmarsch zur Schule, aber wir trafen glücklicherweise auf Facundo, der gerade mit dem Auto zu einem Klavierschüler fahren wollte. Er setzte uns bei der Schule ab. - perfekter Heimweg!

 

 

Doch schon wartete das nächste Problem auf uns:

Um sicher zu gehen, dass wir den Schlüssel ja nicht verlieren versteckten wir ihn am Tag zuvor in unserem Flur - in der Annahme wir kämen am Donnerstag vor Schulschluss wieder. Tja dem war nicht so und jetzt standen wir draußen. Alle Möglichkeiten wurden abgecheckt und dann entdeckten wir das versehentlich offen gelassene Badezimmerfenster - DIE RETTUNG! Lars kletterte über das Dach hinein und ließ mich mit Hilfe des Schlüssels rein.

 

So endeten 2 weitere schöne Tage in Argentinien.

 

Freitag:

Nach der Schule machten lars und ich uns das zweite Mal in dieser Woche auf dem Weg nach Buenos Aires. Wir trafen uns in der Nähe der "Plaza Italia" mit einer netten Argentinierin (unser zweiter Couchsurfing-Kontakt), die einen erheblich angenehmeren ersten Eindruck machte und auch besser Englisch sprach als ihr Vorgänger.
Sie begleitete uns im Taxi mit zum nächsten Couchsurfingevent namens "Hallo - Hola". Diese Veranstaltung lief nach einem ähnlichen Prinzip wie die Mundo Lingo Party, diesmal ging es jedoch nur darum Deutsch und Spanisch zu sprechen und man erhielt keine Flaggen, sondern Tesa-Krepp-Namensschilder.

Was mich neben den neu zu erwerbenden Sprachkenntnissen ganz besonders interessierte, war der nebeherlaufende Stummfilm "METROPOLIS", dem ich wohl an dem Abend die meiste Aufmerksamkeit schenkte. Die Komplettfassung des Stummfilms von Fritz Lang galt 80 Jahre lang als verschollen. Erst 2008 tauchten die fehlenden Szenen des deutschen Filmklassikers in Buenos Aires wieder auf. (-> mehr dazu auf:  ZEIT ONLINE  und SPIEGEL ONLINE)

 Nach einem langen amüsanten Abend mit netten Deutschen und Argentiniern konnten wir in Sayas (Couchsurfing-Kontakt) Wohnung zufrieden in unsere Schlafsäcke schlüpfen.

<-- mein Schlafplatz

 

Samstag: Buenos Aires Sightseeing #2

Als wir um 9:30 langsam erwachten war unsere Gastgeberin schon auf den Beinen und stand nach wenigen Minuten mit frischem Kaffee, Tee und einem frischen "Dozena" (= Dutzend) Gebäckteilchen/Medialunas (= Halbmonde = Croissants) vom Bäcker zum Frühstück bereit.

Und so kamen wir erst später als gedacht los um uns mit Jeremias am "Torre de los Ingleses" gegenüber vom Bahnhof Retiro zu treffen. Mit ihm machten wir eine weitere Sightseeingtour durch die Hauptstadt. Wir verbrachten sogar ca. eine Stunde im SUBWAY (Fast-Food Restaurant), während Lars versuchte einen Gratis-Cookie zu ergaunern, indem er einen Onlineumfrage mitmachte, die laut Werbung nur eine Minute dauern sollte. Dank eines entscheidenden Tipps von Jeremias gelang es ihm endlich das komplizierte Rätsel zu lösen und musste ihm zu allem Übel noch ein Stück seines hart erkämpften Cookies abgeben.

Bevor Lars sich auf die Suche nach einer Sport-Bar machen konnte, um das Bundesligaspiel Dortmund - Mainz zu sehen holten wir noch eine andere Freiwillige von der Plaza del Congreso ab. Nach langer Suche fand er endlich im Untergeschoss der Shopping Mall "Galerías Pacífico" jemanden, der ihm das gewünschte Spiel einschaltete. Dortmund verlor 0:2 gegen Mainz - ein kleines Drama für unseren großen Dortmundfan. 

 

 

Auf dem Weg zum "Cementario de Recoleta" (rechts) kamen wir an der brasilianischen Botschaft (links) vorbei.

 

 

 

Nach dem Spiel machten wir noch einen kurzen Abstecher zum "Cementario de Recoleta" (Friedhof nur mit Totenhäusern), bevor wir mit dem Zug von Retiro zurück nach Pilar und von dort mit dem Bus nach Hause fuhren.

Aus den Hamburger-Pads, die wir zu Hauf von der Küche bekommen, machten wir eine Bolognesesoße zu einigen Nudeln und begaben uns zu Bett.

  

Sonntag: Frühluingsanfang - día de la primavera

Vormittags passierte nicht viel: Wir schliefen aus,  frühstückten gemütlich und arbeiteten an unseren Blogs.

Am Nachmittag war wieder mehr los: Gegen vier Uhr trafen wir Facundo und seine Familie an der Plaza, um Mate zu schlürfen und Kuchen zu essen. Die Plaza war ungewohnt voll: Menschenmassen tummelten sich auf der Wiese und feierten am "Día de la primavera" (Tag des Frühlings) gebührend den Frühlingsanfang. Auf der Bühne gab es Live-Musik und Kinder spielten Fußball in mitten der picknickenden und Mate trinkenden Gäste. Rings um den großen Platz standen kleine Marktstände an denen man jede Menge Schmuck, Matebecher und kleine Kunstgegenstände kaufen konnte.

Wir verbrachten noch den ganzen Abend mit Facu, der uns im Kiosk mit riesigen Sandwiches versorgte und in dessen Haus wir Panchos (HotDogs) aßen, quatschten und FIFA 2014 auf der Playstation spielten.

Ein sehr schöner Abschluss der Woche.

 



 

- Eintrag 9 -

Di, 09.09.2014 - So, 14.09.2014

Einige Tage Schulalltag und ein entspanntes Wochenende

Dienstag:

 

 

Da die Stunden im Kindergarten noch nicht abgesprochen waren konnten wir am Dienstag ausschlafen und mussten erst am Nachmittag wieder in den Unterricht bei der Primaria. So gab es für uns zum Frühstück das Essen aus dem Comedor: Spaghetti mit Tomatensoße, zum Nachtisch: Pudding

In der Nacht von Montag zu Dienstag hatte es sehr stark geregnet, sodass der halbe Schulhof unter Wasser stand. Nichtsdestotrotz half ich fleißig im Yoga-Theaterunterricht und während einer Musikstunde mit.

 

 

 

 

Diese kleine Schnecke bekam ich nach der Musikstunde 
von einer Schülerin geschenkt -->

 

 

 

 

 

 

Abends um 21:00 Uhr waren wir mit Gaby im Sportclub zum Volleyballspielen verabredet. Vorher machten wir uns noch etwas Spaghetti Carbonara zum Abendesen.

 

Als wir am Sportclub ankamen musssten wir erstmal warten, da vor uns noch Kunstrollschuhfahrerinnen trainierten. Eines der Mädchen ist die Tochter von unserem Deutsch- und Musiklehrer Facundo, dem ich an diesem Tag schon im Unterricht half. Er lud uns promt für den nächsten Tag zum Essen ein.

Das Volleyballtraining beginnt normalerweise erst um halb Zehn, doch gerade an diesem Tag war Stromausfall und wir konnten nicht spielen, weil es kein Licht gab. Gaby fuhr uns netter Weise mit seinem Auto "El Negro" (der Schwarze) nach Hause.

El Negro --> 

Mittwoch:

Vormittags: Deutschunterricht in der Secundaria

Mittagessen: Hühnchen mit Spinat-Kartoffel-Puffern   -   ziemlich lecker!

Nachmittags: Yoga & Theater in der Primaria

Dem Ablauf nach ein ganz normaler Schultag, aber an diesem Mittwoch wurde schon der Tag der Lehrer (in diesem Fall der Englischlehrer) der Primaria gefeiert. Die Lehrer tanzten auf der Bühne und spielten verschiedene Spiele gegeneinander: ein großer Spaß für Schüler und Lehrer. Ich konnte währenddessen mit einigen Schülern quatschen und mein Spanisch weiter ausbauen.

Nach der Schule traf Lars sich wieder mit einigen Jungen von der Schule zum Fußballspielen, während ich die Einkaufstour machte. Auf dem Weg zum Supermarkt traf ich Facundo, der mir stolz sein altes, aber starkes Auto zeigte (es ist ein VW!) und sich versichern ließ, dass wir auch wirklich am Abend zu ihm zu Essen kämen.Nachdem alles eingekauft war holte ich lars am Fußballfeld ab und wir brachten gemeinsam den Einkauf nach Hause.

<-- Choripan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kochen mussten wir an diesem Tag glücklicher Weise nicht, das übernahm Facu. Bei ihm gab es leckeres Choripan (gebratene Chorizo in Brot [Chorizo = grobe, würzige Wurst]). Beim Essen hatten wir vielSpaß mit Facundo und seiner Familie (Freundin & Tochter). Für den Nachtisch lud uns Facundo ins Café "Trevi" an der Plaza ein. Es gab Dulce-de-Leche-Pralinen und Kaffee.

 

mit Facundo im Trevi -->

 

Donnerstag: "Tag der Lehrer" - für uns eher "Ein Tag im Bus"

Ihr müsst wissen: Feiertage werden hier ziemlich kurzfristig beschlossen und auch wieder abgeschafft. Da kann es schnell mal sein, dass man am nächsten Tag frei hat ohne es zu wissen. Bei uns war das zum Glück nicht der Fall, wir wurden am Mittwoch rechtzeitig gewarnt, dass wir am nächsten Tag nicht im Unterricht helfen mussten: Die Lehrer hatten frei!

So konnten wir morgens schön ausschlafen und "genüsslich" unser "Superfrühstück" verspeisen:

Götterspeiseschmeckt hier leider nicht so göttlich wie zu Hause, weshalb wir wohl nie wieder auf die Idee kommen werden uns hier selbst Wackelpudding zu machen.
---->

Mit dem Bus machten wir uns auf den Weg nach Escobar, um uns die Stadt anzusehen - wir mussten jedoch feststellen, dass es dort nicht wirklich viel zu sehen gab. Nach dieser kleinen Enttäuschung entschieden wir uns nach San Isidro zu fahren, um noch mehr von unserer Umgebung zu erkunden.

Wir stiegen in den nächsten Bus, in der Annahme, wir wären schnell dort - tja, falsch gedacht... Der Bus fuhr gute 2 Stunden.

 

<-- Der beste Platz im Bus  :D

 

 

 

San Isidro war zwar recht schön, aber für die lange Zugfahrt hat es sich nicht unbedingt gelohnt. Besonders haben mir die Kathedrale und der Platz davor gefallen. Der Hafen war nicht so super berauschend, dafür hatten wir von einem Yachtclub aus eine schöne Sicht über den Rio de la Plata.

 

Catedral de San Isidro -->

 

 

Rio de la Plata   

Nach dem Spaziergang gönnten wir uns je ein Pancho (Hot Dog) und ein Sandwich bzw. Pommes und machten und wieder auf den Rückweg über Escobar.

 

Freitag:

 

 

Der Musikunterricht mit Facundo am Vormittag hat mir besonders gefallen, wir studierten mit den Kindern der Primaria "Alle meine Entchen" ein.

Zum Mittagessen gab's selbstgebastelte Hamburger und zum Nachtisch Eis - super lecker! :)

Lars und ich waren am Freitag zum ersten Mal in der "Huerta" (=Gemüsegarten) hier halfen wir fleißig beim Entfernen von Unkraut, damit in der nächsten Woche die Beete neu bepflanzt werden konnten.

 

Nach Schulschluss gingen Lars und ich mal wieder ins Dorf, aber diesmal mit der Absicht einige Freiwillige aus anderen Projekten von der Plaza abzuholen. Wir mussten jedoch ca. eine Stunde warten, bis deren Bus ankam... Als Philipp und Leander endlich ankamen gingen wir für unseren geplanten Grillabend einkaufen und gingen zurück zur Höltersschule.

 

 

 

Abends an der Plaza -->

 

Später stieß noch Jeremias zu uns und wir begannen zu grillen. Zusammen hatten wir einen schönen Grillabend mit anschließendem Lagerfeuer.

Der Grill (links) und das gute Steak (rechts)

  

Samstag:

 Als wir aufwachten erwartete uns eine Überraschung: eine - uns nicht angekündigte - Infoveranstaltung mit Schulleiter, Lehrern  und Eltern. Wir beseitigten schnell die Überreste des Grillens und bald machten sich Leander, Philipp, Jeremias und Lars auf den Weg nach Pilar. Ich blieb zu Hause, räumte auf, skypte und schrieb an meinem Blog... Das ganze leider ohne Frühstück, denn das letzte Brot wurde am Abend zuvor aufgegessen. So verbrachte ich einen Tag ohne viel Essen zu Hause, bis Lars mit Baguette aus Pilar wieder kam.

Für mich ging der Samstag erst gegen Abend richtig los, als wir mit Claudia zu einer Geburtstagsfeier mitgenommen wurden. Es gab wiedereinmal Asado, es wurde getanzt, gesungen und gefeiert. Eins durfte dabei natürlich nicht fehlen: der Fernet. Dieser italienische Bitterlikör wird 1:2 mit Coca-Cola (und NUR Coca-Cola, keine PEPSI!!!) vermischt und ist eigentlich auf jeder argentinischen Feier ein Muss. Lars und ich wurden promt zum Singen und Tanzen entführt, obwohl wir beide nicht unbedingt große Lust darauf gehabt hätten. Außerdem spielten wir mit den Kindern Kicker und hatten eine Menge Spaß.

 

Sonntag:

Nachdem wir gegen 10:00 Uhr aufgewacht waren machten wir genau das, was man an einem regnerischen, grauen Sonntag macht: NIX. Bis wir Carla und Jana (die beiden Freiwilligen aus dem Projekt Personitas) im Dorf von der Bushaltestelle abholen mussten. Die beiden kamen uns nämlich spontan besuchen.

 

Nach einer kleinen Tour durchs Dorf fingen wir im Comedor an zu kochen und Carla zeigte uns wie man Mate am besten zubereitet. Nachdem der ganze Reis und die Tomatensoße aufgegessen waren machten wir uns auf den Weg zu Mechtild - bei strömendem Regen.

Als wir bei Mechtild ankamen waren wir klitschnass, uns war kalt und wir hatten schonwieder Hunger, weil der Reis wohl doch nicht ganz ausgereicht hatte. Bei Mechtild wurden wir mit Kaffee, Tee und Keksen versorgt, das reichte leider nicht ganz gegen den Hunger und Lars und ich bestellten uns noch ein "Dozena" Empanadas. 

 

<-- Empanadas

 

Wir quatschten eine Weile, dann mussten zuerst Carla und Jana los zu ihrem Bus, danach verließen Lars und ich Mechtild - immernoch bei strömendem Regen.

Die Straßen standen vollkommen unter Wasser und der Weg zurück zum Höltersgelände war nicht ohne nasse Füße zu bewältigen. Ich glaube ihr könnt euch gut vorstellen wie froh wir waren endlich wieder im Trockenen zu sein.

 

 

 



 

 - Eintrag 8 -

Mo, 08.09.2014

2. Sportturniertag - ein echter Fußballtag!

Die Höltersschule beteiligte sich an einem mehrtägigen Sportturnier in Campana, unter anderem mit internationalen Gästen zum Beispiel aus Brasilien.

 

 

An diesem zweiten Turniertag mussten wir nicht ganz so früh aufstehen, wie am Freitag zuvor. Wir trafen uns mit Claudia, den Sportlehrern und einigen Schülern in der Secundaria und machten uns bald auf den Weg nach Campana. Diesmal kamen wir mit dem Reisebus direkt am großen Sportgelände an, denn auch die Schüler der Secundaria hatten ihre Turnierspiele an diesem Tag dort. Das Wetter war sehr gut und sonnig.

 

 

Nach ein paar Fußballspielen entschieden Lars und ich ins Zentrum der Stadt, an die Plaza von Campana, zu gehen. Der Platz als Zentrum der Stadt ist sehr typisch für Südamerikanische Stadtplanung. Hier kreuzen sich normalerweise die beiden Hauptstraßen der jeweiligen Stadt, auf deren Gerüst sich ein Straßennetz im Schachbrettmuster aufbaut. Viele Städte erscheinen dementsprechend sehr ähnlich, so auch unsere Nachbarorte Pilar und Escobar. Campana bildet eine Ausnahme, da hier nicht nur zwei, sondern gleich vier Straßen aufeinandertreffen. Durch die zwei Diagonal-Achsen kann man von der Plaza aus in insgesamt 8 Straßenmündungen gucken.

Eine Situation, die ich persönlich ziemlich lustig fand:

Einige Tage nachdem wir in Campana waren wurden wir gefragt ob wir uns in Campana zurecht gefunden hätten, weil man sich dort durch die diagonalen Straßen ja so schwer orientieren könne. - Ein Standpunkt über den ich bis dahin noch gar nicht nachgedacht hatte, da ich aus Berlin eh Straßen gewohnt bin, die kreuz und quer verlaufen. Aber natürlich - die Leute hier sind eben sehr an diesen Schachbrettmusterstil gewöhnt, diagonale Straßen sind eher die Ausnahme.

 

 

 

Kaum waren wir auf dem Platz angelangt legte sich Lars auf die nächstbeste Bank und schlief. Nach einer Weile gingen wir weiter durch die Stadt, machten jedoch keine spannenden Entdeckungen und begaben uns auf den Rückweg.

Zurück im Sportclub sahen wir bei mehreren Fußball- und Volleyballspielen zu, spielten Tischtennis und aßen je ein Lunchpaket aus dem Comedor. Danach ging es wieder mit dem Reisebus zurück zur Höltersschule.

 

Für uns und die Schüler war damit der Schultag vorüber und beim Verabschieden verabredete sich Lars mit einigen Jungs der Schule zum Fußballspielen am Abend.

 

Als wir dort hin losgingen kamen gerade die Schüler der Primaria in der Schule an. Wir waren gerade einige Ecken Richtung Dorf gelaufen, da saßen wir auch schon im Auto einer freundlichen Mutter, die uns mit ins Dorf nahm. Wir wurden an der Plaza von einem der Jungen abgeholt und gingen zusammen zum Fußballfeld.

 

Ich spielte einige Minuten mit, merkte jedoch schnell, dass meine fußballerischen Fähigkeiten weit unter dem Durchschnittsniveau lagen und setzte mit an den Rand um mit einer unserer Schülerinnen zu plaudern. Das Spiel dauerte ca. eine Stunde, danach besuchten wir Gaby (einer der Sportleher der Höltersschule) im Sportclub beim Basketballtraining.

 

Anschließend machten Lars und ich uns mal wieder auf, zu einer unserer legendären Shoppingtouren durch die Supermärkte und Verdulerien von Los Cardales. Als alles eingekauft war begaben wir uns zurück in die Höltersschule um zum Abendbrot das frisch gekaufte Steak zu genießen. Danach schlüpften wir in unsere Betten.

 

 



 

 - Eintrag 7 -

So, 09.09.2014

Das erste Asado

Asado - die argentinische Art des grillens, wobei jeder Teilnehmer Unmengen an Fleisch vertilgt.

Am Sonntag (07.09.2014) wurden wir von einer Familie, deren Kinder auf die Hölters Schule gehen, zu unserem ersten richtigen Asado eingeladen.

Der Tag begann recht entspannt. Wir konnten ausschlafen und Claudia holte uns erst gegen 12:45 Uhr mit einem Remis an der Schule ab. Um 13:00 Uhr waren wir zum Asado im Country Club verabredet. Nachdem wir die Sicherheitsschleuse passiert hatten wurden wir auch schon von unserer Gastgeberin empfangen, sie holte uns mit ihrem Auto am Eingang ab, denn so ein Country Club ist ziemlich groß. Darin wohnen sehr wohlhabende Leute, die sich den Luxus leisten können in einem riesigen, umzäunten und durch Security bewachten Gebiet ein Haus zu bauen. Man muss dabei nicht nur das Haus bauen und abbezahlen, sondern zusätzlich zu den laufenden Kosten (Strom & Wasser usw.) noch monatlich einen "Miet"-Beitrag bezahlen, der die Verwaltungs- und Security-Kosten deckt.

Als wir am Haus ankamen lag das Fleisch schon auf dem Grill. Bis es fertig war gab es noch einige Kleinigkeiten (Käsestückchen und anderer "Knabberkram") um den Hunger bis zum richtigen Essen überbrücken zu können. Dann wurden Salat und Soßen aufgetischt und der Hausherr brachte das Fleisch. Jeder bekam eine Chorizo (grobe Bratwurst) und danach so viel Fleisch man essen konnte. Alles war sehr lecker! (bis auf die geggrillte Blutwurst)

 

 

 

 

Nach dem Essen machten wir einen Verdauungsspaziergang zum Pferdeturnier, das an diesem Sonntag im Country Club stattfand. Auf dem Weg dorthin sahen wir viele prächtige Häuser, Teile des Golfplatzes, das Club-eigene Fußball- und Hockeyfeld und außer der großen Reitanlage auch noch einige Tennisfelder. Das alles gehört zu dem Country Club und darf auch nur von den Bewohnern und ihren Gästen genutzt werden. Vielleicht habt ihr nun schon eine ungefähre Vorstellung davon, wie groß so ein Country Club ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Pferdeturnier sahen wir uns die Pferdeställe an und gingen zurück zum Haus um etwas Eis zu essen. Lars und ich machten danach noch einen Spaziergang durch den Country Club um uns die Häuser anzusehen. Dabei sahen wir auch Edmund, den Schulleiter der Hölters Schule. Er saß in seinem Garten und war wohl etwas überrascht uns zu sehen. Danach kehrten wir zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Ein kleines Golfplatzpanorama für den Überblick.

Nach einer Weile wurden wir von unserer Gastgeberin zurück zur Schule gebracht. Von dort aus liefen wir mit Claudia ins Dorf um im Café "Trevi" den Abend mit einer Cerveza (Bier) ausklingen zu lassen. Dort trafen wir noch einige Freunde von Claudia, einer von ihnen fuhr uns dann freundlicher Weise wieder zurück nach Hause.

 



 

  - Eintrag 6 -

Sa, 06.09.2014

Buenos Aires

Der erste Besuch in der Hauptstadt.

Samstag - an unserem ersten schulfreien Tag in Argentinien - begaben Lars und ich uns auf einen ersten abenteuerlichen Trip in die Hauptstadt - nach Capital.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Tag begann ziemlich früh um ca. 7.00 Uhr morgens. Bis wir endlich aus den Betten gekrochen und fertig waren zur Abreise dauerte es eine Weile. Um 8:45 liefen wir dann bei ziemlich miesem Wetter los nach Los Cardales. Der Morgen war kalt, diesig und es nieselte, durch meine Brille konnte ich ihnehin nur die hälfte sehen, aber wir blieben zuversichtlich und optimistisch, dass wir trotz des Wetters einen schönen Tag in der Hauptstadt haben können.

 

Um 9:15 Uhr kam der Bus nach Pilar von wo aus wir mit der Bahn nach Buenos Aires fuhren. Auf der langen Fahrt im Zug kam sahen wir viel Landschaft, aber auch andere Städte und Dörfer rund um Buenos Aires. Einige Teile der Strecke verschlief ich, doch als wir in die Stadt einfuhren gab es schon so viel zu sehen, dass ich nicht weiter hätte schlafen können. Schließlich kamen wir um 11:30 Uhr am Bahnhof Retiro an. Während unserer Reise hatte sich das Wetter schon wieder recht gut gefangen: In Buenos Aires schien die Sonne!

 

Mit neuer Motivation und meinem Reiseführer unter'm Arm wagten wir uns in die lebhafte Metropole. Zunächst liefen wir vom Bahnhof aus zur Avenida 9 de Julio, der breitesten Straße der Welt. Sie hat auf jeder Seite 9 bzw. 7 Spuren für den normalen Autoverkehr und dazwischen befinden sich pro Richtung noch jeweils 2 Extraspuren für den Busverkehr. Das macht insgesamt 20 Spuren auf einer Breite von 140 m. Entlang dieser Straße liefen wir bis zum Obelisken auf dem "Plaza de la Republica". 

<-- Avenida 9 de Julio

 

 

 

 

 

 

Von dort ging es weiter entlang der Avenida Corrientes, einer hüschen Einkaufstraße mit vielen größeren und kleineren Läden aller Art. Dort gibt es alles: von Souvenirläden, über Supermärkte, bis hin zu Restaurants und Theatern. 

 

 

 

 Obelisk auf der Plaza de la Republica -->

 

 

Bald bogen wir auf die Avenida Callao Richtung Süden ab. In dieser Straße fielen besonders die vielen prächtig verzierten Häuser mit ihren kleinen Türmen und Kuppeln auf. Am Ende der Avenida befindet sich der "Palacio del Congreso Nacional" auf dem Plaza del Congreso, an dem die Avenida de Mayo entspringt, die geradeaus bis zum Präsidentenpalast führt. 

Plaza del Congreso; im Hintergrund: Palacio del Congreso Nacional

Auf dem großen Platz gibt es schön angelegte Wege mit eingezäunten Grünflächen und Spielplätzen, wobei die Zäune die Leute nicht davon abhalten sich darauf zu entspannen. Nachdem wir den Platz überquert hatten folgten wir der Avenida de Mayo bis zum Ende. Hier befindet sich der Plaza de Mayo, an dem auch die "Casa Rosada" - der Präsidentenpalast steht.

Casa Rosada auf dem Plaza de Mayo

Es war sogar möglich den Palast zu besichtigen, aber ohne Führung blieben wir nur im Eingangsbereich und sahen uns entwas um.

 

Nach der Mini-Besichtigung der "Casa Rosada" liefen wir rechts am Palast und dem Parque Colón vorbei bis zum "Puerto Madero". Der Hafen von Buenos Aires ist mit seinen vier großen Hafenbecken ziemlich riesig.

Wir beschränkten uns auf das nördlichste und touristisch attraktivste Becken. Es ist auf der einen Seite gesäumt von alten Backsteingebäuden, die früher wohl mal zur Hafenanlage gehörten, heute jedoch mit vielen Bars und Cafés eher der Vergnügung dienen. Über diesen Gebäuden ist die Skyline von Buenos Aires mit ihren vielen Hochhäusern zu sehen. Auf der anderen Seite des Hafens stehen moderne Neubauten, in deren Erdgeschoss weitere Bars und Restaurants zu finden sind. Entlang des zweiten Hafenbeckens erstreckt sich ein riesiges "Hilton"-Hotel, das wir gleich zu Beginn unserer kleinen Hafentour bestaunen durften. Rund um das Hafenbecken stehen große Kräne verteilt, im Hafenbecken selbst liegen viele Yachten vor Anker. Das wohl auffälligste Merkmal ist die "Puente de la Mujer", die das zweite Hafenbecken kreuzt.

 

 

 

Nach unserem kleinen Hafenspaziergang wollten wir mit der "Subte B" (Subterráneo - Linie B) zurück zur Avenida Corrientes/Ecke "Montevideo"(-Straße) fahren, um dort in dem, vom Reiseführer wärmstens empfohlenen, Restaurant "Pippo" zu Mittag zu essen. Doch wir leider mussten enttäuscht feststellen, dass die Subte B geschlossen war und so liefen wir die ganze Avenida de Corrientes ein weiteres Mal hinunter um im Pippo unser wohl verdientes Steak mit Pommes Frites zu verdrücken.

!!!LECKER!!!

 

Noch im Restaurant beschlossen wir als nächstes nach San Telmo zu gehen. So folgten wir der Straße Montevideo weiter nach Süden und gelangten ein weiteres Mal an die "Plaza del Congreso" und liefen auf der Avenida de Mayo bis zu dem Punkt an dem sie die Avenida 9 de Julio kreuzt.

 

An der Avenida de Mayo brfindet sich ein besonderes Gebäude - der "Palacio de Barolo". Er ist 100 Meter hoch, besitzt keine Ecken und vom Dach hätten wir eine schöne Aussicht über Buenos Aires haben können, wenn wir die Führung durch das Haus mitgemacht hätten - die war uns jedoch zu teuer und deswegen liefen wir weiter Richtung San Telmo. Dieser Stadtteil liegt ca. sieben Blocks südlich von der Avenida de Mayo östlich der Avenida 9 de Julio.

 

 Palacio de Barolo -->

 

 

 

 

In San Telmo angelangt liefen wir erst durch einige eher zwielichtige Straßen, bis wir am "Plaza Dorrego auf einen schönen, kleinen Markt stießen. In der Mitte des Platzes zeigte ein Tango tanzendes Tanzpaar sein können. San Telmo ist ein relativ ursprünglicher Stadtteil vom Buenos Aires mit teilweise kopfsteigepflasterten Straßen und netten kleinen Läden.

 

 

Nachdem wir uns etwas umgesehen hatten verließen wir den Stadtteil wieder und fuhren mit der Subte Richtung Norden zum "Palacio de Aguas Corrientes". Dieses prachtvolle Gebäude diente einst als Wasserspeicher, heute ist darin die Wasserverwaltung der Stadt untergebracht.

 

 

 Palacio de Agua Corrientes -->

 

Von dort aus machten wir uns wieder zu Fuß auf den Weg zum "Cementerio de la Recoleta" - einem prunkvollen Friedhof in dem es keine Grabsteine, sondern nur reich verzierte Totenhäuser gibt. Leider verpassten wir die Öffnungszeiten knapp, da wir in die falsche Richtung um den komplett ummauerten Freidhof liefen. So gelangten wir zwar zum Eingang des Hard Rock Cafés und zu einem hübschen Kunstmarkt, aber bis wir am Eingang des Fridhofs ankamen hatte dieser schon geschlossen. Stattdessen besuchten wir dann eine hübsche Kirche/Kapelle nebenan und suchten uns ein neues Ziel.

 

 

 

 Wir liefen Richtung Norden zur Juristischen Fakultät bis zum Denkmal "Floralis Genérica", deren Blüte sich je nach Sonnenstand öffnet und schließet. Entlang der "Avenida del Libertador" liefen wir dann, vorbei am Bahnhof Retiro, zurück zum Puerto Madero.

 

Juristische Fakultät -->

 

 <-- Floralis Genérica

 

 

 

Gegenüber des Bahnhofs steht in einem kleinen Park der "Torre de los Ingleses" (Der Turm der Engländer), der genau wie der Hafen am Abend noch schöner aussieht als am Tage.

 

 

 

 Torre de los Ingleses -->

 

 

 

Wir machten, als wir das zweite Mal am Hafen waren, noch einen weiteren Spaziergang und liefen diesmal auch über die "Puente de la Mujer", die wir zuvor nur von Weitem angesehen hatten.

Von dort gingen wir zurück an die Avenida de Eduardo Madero und ließen uns mit dem nächstbesten Bus zurück zum Bahnhof Retiro fahren.
 
Der abenteuerliche Rückweg
 
Nach einigem Hin-Und-Her fanden wir den Bahnsteig von dem aus unser Zug nach Pilar fuhr. Wir stiegen ein und kamen um ca. Viertel nach Neun in Pilar an. Wir hofften noch einen Bus nach Cardales zu bekommen und fragten Busfahrer und Passanten wann denn der nächste Bus nach Cardales fahren würde. Nachdem wir von einem Bus zum anderen geschickt wurden, fragten wir eine nette ältere Dame, die uns versicherte, dass in 20 Minuten bestimmt ein Bus nach Los Cardales fahren würde. Und so warteten wir.... Es kam kein Bus, jedenfalls keiner nach Carales.
Gerade war wieder ein anderer Bus abgefahren, da wurde Dame ganz hektisch und meinte das wäre der Bus nach Los Cardales gewesen und wir sollten schnell hinterher rennen. Lars und ich guckten uns verwirrt um, denn keiner von uns hat auf dem Bus die Aufschrift Cardales lesen können, doch wir rannten dem Bus hinterher - zu spät, er war schon weg. (unserer Meinung nach wäre es sowieso nicht der richtige gewesen, aber..) Wir fragten noch andere Busfahrer, eine genaue Information erhielten wir dennoch nicht.
Scheinbar fuhr kein Bus mehr nach Los Cardales - wie wir später erfuhren fuhr der letzte Bus kurz vor unserer Ankunft in Pilar. Wir hätten uns einfach in den nächstbesten Bus nach Escobar gesetzt und wären von dort nach Cardales gefahren. Von Mechtild (unserer Landesmentorin) wussten wir nämlich, dass die Busse nach Los Cardales von Escobar aus noch später fuhren.
Inzwischen kam der Bus mit dem die hilfsbereite Dame fahren musste und sie versicherte uns ein zweites Mal sie wüsste wie wir nach Cardales kämen. Sie sagte sie würde uns zu einem Ort bringen, von dem aus wir einen Anschlussbus nehmen könnten. Wir wussten nicht recht bescheid und stiegen letztendlich mit ihr ein.
Der Bus fuhr und fuhr.. Mal hier hin, mal dort hin und vorallem lange über die Autobahn. Plötzlich sprang die Dame auf und lief vor zum Busfahrer, wechselte einige Worte mit ihm und der Bus hielt an: Direkt an einem Autobahnkreuz.
Sowohl die Dame, als auch der Busfahrer zeigten auf die andere Autobahn und machten und mit Händen und Füßen unmissverständlich klar, dass sie der Meinung waren, dass dort oben, an der Auffahrt zur anderen Autobahn auf jeden Fall ein Bus nach Los Cardales kommen wird. Wir fragten wann der Bus käme und der Busfahrer sagte etwas von einer halben Stunde/zwanzig Minuten. Nagut, was blieb uns nun anderes übrig, wir stiegen aus und liefen zur anderen Autobahn.
Nun hieß es warten, auf einer leeren Autobahn, an der alle paar Minuten mal ein/zwei Autos vorbeifuhren. Auf der Gegenfahrbahn kamen hin und wieder Busse vorbei auf denen auch Cardales stand. Einige hielten wir an, doch als wir fragten, kam immer die gleiche Antwort: "Der Bus fährt nicht nach Cardales." (natürlich auf spanisch ;) )
Nach einer Dreiviertelstunde, in der in unserer Richtung noch kein einziger Bus gekommen war, liefen wir zur nächsten Mautstelle. Und ließen uns von den Beamten vor Ort ein Taxi (bzw. Remis = privates Taxi) rufen.
Zunächst wurden wir jedoch ins Büro gebeten und unsere Ausweise wurden kontrolliert. Als sie sahen, dass wir Deutsche sind, wurde gleich der Gaucho-Tanz aufgeführt. Wir warteten einige Zeit auf den Remis und sahen uns währenddessen dem Boxkampf, der im Fernseherlief, an.
Das Remis brachte uns letztendlich schnell und sicher nach Hause, dort angekommen fielen wir nach dem aufregenden und langen Tag wie Steine in unsere Betten.

 



 

 - Eintrag 5 -

Fr, 05.09.2014

1. Sportturniertag

Am Freitag mussten wir früh raus. Um 8.00 Uhr trafen wir uns mit Claudia in der Secundaria wir regelten noch einige organisatorische Dinge und bald ging es im Reisebus los nach Campana. Hier fand für die Schüler der Höltersschule ein mehrtägiges Sportturnier/-fest statt. Es traten mehrere Schulen aus Argentinien (z.B. Dante Aligheri aus Campana) und Brasilien in verschiedenen Sportarten gegeneinander an.Da es regnete wurden Teile des Turniers nach drinnen verlagert und andere mussten leider ganz abgesagt werden (z.B. Leichtathletik).

 

 

 

 

 

Lars und ich begleiteten zunächst die Jungen der Secundaria in eine Sport-halle um dem Fußballturnier beizu-wohnen. Trotz spannender Spiele wurde Lars und mir bald langweilig, da wir außer zuschauen nicht viel zu tun hatten. Wir beschlossen uns Campana näher anzuschauen und fragten den Sportlehrer (Marcelo) ob wir nicht für eine Weile spazieren gehen könnten. - Kein Problem!

Wir liefen ein Stück die Straße runter, guckten in die Geschäfte und kauften uns zwei Baguettes, die so lecker waren, dass wir sie auf dem Rückweg zur Sporthalle sofort vertilgten. Kurz nach unserer Rückkehr gab es zum Mittag auch schon Lunchpakete für uns und alle Schüler, die normalerweise im Comedor zu Mittag essen.

Nach ein paar weiteren Fußballspielen fuhren wir zurück zur Schule. Von dort nahm uns Marcelo im Bus wieder zurück zu der Sporthalle in Campana um dort mit uns in sein Auto zu steigen, uns die Stadt zu zeigen und zum Outdoor-Sportgelände in Campana zu fahren. Hier hatten die Turniere der Primaria-Schüler schon begonnen. Wir sahen bei den Fußball- und Handballspielen zu, bis Lars sich auf die Suche nach einem Fußball machte um selbst ein bisschen kicken zu können. Nach einiger Zeit verließen wir Campana im Reisebus und wurden mit den Schülern der Primaria zurück zur Hölterschule gefahren. Auf dem Rückweg unterhielten wir uns mit den Kindern, so verging die Zeit wie im Flug.

Mal wieder Schulschluss, das hieß für Lars und mich zunächst eine Pause nach einem zwar relativ ereignislosen aber dennoch sehr anstrengenden Tag.

Abends kochten wir Nudeln mit Tomatensoße, aßen diese gleich und gönnten uns ein Verdauungspäuschen, bevor es ans Abwaschen ging. Gut gesättigt schlüpften wir danach ins Bett.

 



 

 - Eintrag 4 -

Do, 04.09.2014

Dritter Schultag

Den Donnerstagmorgen hält Claudia uns immer frei, damit wir unsere Blogs bzw. die Berichte schreiben können. So war das auch an diesem Morgen. Nach einer Runde Ausschlafen setzten wir uns an die PC's und arbeiteten in unserem Zimmer an den jeweiligen Blogs.

Am Tag zuvor hatten wir uns mit den Kindern der Primaria für zwölf Uhr zum Fußballspielen in der Mittagspause verabredet. Danach gab's erstmal was zu Essen im "Comedor" (der Mensa, in der wir täglich Mittagessen bekommen):

Es gab Reis mit Fleisch und Soße, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Nach dem leckeren Essen wurden wir auf unterschiedliche Klassen aufgeteilt:

Lars half beim Sportunterricht, während ich Irene im Deutschunterricht in der vierten Klasse der Primaria besuchte. Nach einer kurzen Vorstellung meinerseits durften mir die Kinder wieder Fragen stellen. Danach sang mir die gesamte Klasse deutsche Kinderlieder vor, die sie zuvor im Unterricht gelernt hatten. (z.B. "Ich geh mit meiner Laterne", "Dracula" usw.) Dann war Pause: Ich spielte gemeinsam mit den Kindern Basketball und ging nach Ende der Pause wieder in Irenes Klasse.

Irene schrieb einige Sätze an die Tafel, die die Kinder abschreiben sollten. Ich ging mit Irene in der Klasse herum und kontrollierte die abschriften. Danach gingen wir in die Sporthalle um auf der kleinen Theaterbühne ein Lied für das Fest zum 25. Jubiläum des Mauerfalls zu üben.

In der folgenden Pause spielte ich wieder Basketball mit den Kindern und Irene ging in die Secundaria. Danach besuchte ich Claudia im Deutschunterricht der 5. Klasse (Primaria). Auch hier stellten mir die Kinder Fragen, die ich gern beantwortete. gegen die Unruhe in der Klasse half leider auch die kurze Pause nicht, in der ich mit den Kindern Fußball spielte. Nach der Pause spielten wir ein kleines Spiel:

Die Schüler lernen zur Zeit Vokabeln zum Gesicht (Augen, Nase, Ohren, Mund, Haare). Claudia hatte Abbildungen von Teilen des Gesichts ausgedruckt, die ich hochhielt. Derjenige, der die ensprechende Vokabel richtig auf Deutsch sagen konnte durfte mir eine weitere Frage stellen.

Nach dieser Stunde war Schulschluss. Bevor die Schüler nach Hause können gibt es immer eine Abschiedszeremonie, bei der sich alle Schüler in Reihen nebeneinader aufstellen und einige Schüler die argentinische Flagge vom Mast nehmen.

Am Abend machten Lars und ich bei unserer Einkaufstour wiedereinmal die Stadt unsicher. Wir hatten uns für den Abend vorgenommen Steak zu braten und so besuchten wir alle möglichen Supermärkte auf der suche nach gutem Fleisch. Außerdem war uns langsam das Brot ausgegangen und sobald auf unserem Weg eine Panaderia (=Bäcker [Pan=Brot]) in Sicht kam stürmte Lars sofort hinein, begutachtete das Sortiment, um dann mit einem freundlichen "Gracias, Ciao" wieder aus dem Laden zu verschwinden.

 

 

 

 

Einige Panaderien später (das Fleisch hatten wir inzwischen besorgt, zusammen mit einigen anderen Lebenswichtigen Dingen: Dulce de Leche!!! usw.) suchten wir eine Verduleria (=Gemüseladen [verdura=Gemüse]) auf, um dort einen Salatkopf zu kaufen. Kaum dort angekommen begrüßte uns auch schon eine Mutter unserer Schüler, die uns gleich als "die Deutschen" identifizierte. Sie half uns bei der Verständigung mit den Verkäuferinnen, sodass wir bald glücklich mit unserem Salatkopf den Laden verlassen konnten. Da wir noch auf der Suche nach Pfeffer für unser Steak waren begleitete sie uns in den nächstgelegenen Supermarkt, besorgte Pfeffer und verriet uns wie wir unser Salatdressing am besten zusammenmixen konnten. Lars kaufte letztendlich in diesem Supermarkt einige Stücke Baguette, nachdem er nun wohl in allen Panaderien von Los Cardales als "der Deutsche, der nichts kauft" bekannt ist.

 

Nachdem wir den Supermarkt verlassen hatten und uns schon wieder auf den Heimweg machen wollten bot uns die hilfsbereite Mutter an uns mit ihrem Auto wieder zur Schule zurück zu fahren. Das Angebot nahmen wir dankend entgegen, da die Einkaufstour länger gedauert hatte als gedacht und wir ja zu Hause noch kochen mussten.

Wieder in der Schule angekommen brieten wir uns unser wohl verdientes Steak und bereiteten unseren frisch gekauften Salat zu. Nach dem gemeinsamen Abendessen spülten wir das Geschirr und gingen gut gesättigt ins Bett.

 



 

 - Eintrag 3 -

Mi, 03.09.2014

Zweiter Schultag

Nach einer etwas entspannteren Nacht startete unser erster "Schunupper-Schultag" um 9:00 Uhr in der Secundaria.

Wir verbrachten den Vormittag mit Claudia in ihren Deutschklassen der Secundaria. Um die Schüler etwas deutsch sprechen zu lassen ließ Claudia sie Fragen an uns stellen. So kamen schon kleine Gespräche zustande.

Manch kleines Missverständnis führte zu lustigen Ergebnissen:

Ein Schüler fragte: "Wie heißt ihr?" Lars antwortete: "Lars" und ich sagte: "Ich heiße Max.", woraufhin der Schüler wiederholte: "Lars und Scheiße Max?".

Um 13:00 Uhr gab es Mittagessen. Pizza und zum Nachtisch Eis standen auf dem Speiseplan. In der nachfolgenden Pause spielte Lars mit einigen Jungs FuBaTe (FußBall-Tennis) während ich mich mit anderen Schülern unterhielt.

Nachdem alle wieder in ihren Klassenzimmern verschwunden waren trafen Lars und ich uns mit Claudia, die uns weiteren Lehrern vorstellte und mit ihnen Absprachen über unsere Einsatzmöglichkeiten traf. Wir lernten Lucila kennen. Sie ist für die Huerta (den Gemüsegarten) zuständig. Lars und ich werden sie in der nächsten Woche unterstützen. Danach gingen wir zum Teater-Yoga-Tanz-Kombiunterricht. Hier führten uns die Kinder einen Tanz ihres neuen Theaterstücks "Der Rattenfänger von Hameln" vor.

Dann begann die zweite Pause, in der wir mit den Schülern der Primaria wieder Fußball spielten.

Nach der Pause besprachen wir im Lehrerzimmer erste Teile unseres Stundenplans und versuchten die SUBE und die SIM-Karte zu aktivieren.

Claudia sorgte dafür, dass wir mit Schülern der Secundaria gemeinsam die erste Halbzeit des Deutschland - Argentinien Spiels sehen konnten. Danach endete die Schulzeit und die Schüler machten sich auf den Heimweg.

Auf dem Weg von der Secundaria zu unserem Zimmer riefen uns ältere Schülerinnen der Primaria. Sie gaben uns je 3-4 Zettel und ein Stück Schokolade in die Hand und sagten das sei für uns. Bei näherem Hinsehen erkannten wir kleine "Liebesbriefe", von denen ihr hier einen sehen könnt: 

Im Zimmer angekommen guckten wir uns den Rest des Spiels an.

Am Abend kochten wir uns aus den Resten des Vortags Bratkartoffeln mit Ei und gönnten uns dazu einen Salat. Hmmm.. sehr lecker!

 



 

 - Eintrag 2 -

Di, 02.09.2014

 Erster Schultag

Nach der ersten, etwas unruhigen Nacht konnten wir ausschlafen, das hieß für uns bis 11:00 Uhr schlafen und langsam fertig machen. Gegen 12:00 Uhr gingen wir zu Claudia ins Lehrerzimmer und lernten die ersten Lehrer kennen.

Zum Mittagessen um 13:00 Uhr gab es Fisch mit Bratkartoffeln und Kürbisstückchen, Nachtisch waren Eierpfannkuchen mit "Dulce de Leche".

Nach dem Essen hatten wir ein kurzes meeting mit dem Besitzer und Schulleiter der Fundación Hölters - Edmund. Wir besprachen welche Themenfelder uns interessieren würden und in welchen Bereichen wir eingesetzt werden könnten. Danach begann die Vorstellungsrunde. In den Kindergarten kam Edmund noch mit, hier sahen wir uns einmal alle Räume an und dann verließ uns der Schulleiter wieder.

Claudia führte uns nun allein durch den Rest der Schule. Nach dem Kindergarten folgte die Escuela Secundaria (die weiterführende Schule = Oberschule) und danach die Escuela Primaria (Grundschule). Wir stellten uns in jeder Klasse einmal kurz vor, ließen uns Fragen stellen und beantworteten sie.

Mit den Schülern sollen wir möglichst deutsch sprechen, damit sie ihre Sprachkenntnisse ausbauen können.

Auf dem Weg durch die Klassen lernten wir noch weitere Mitarbeiter und Lehrer kennen. Als wir gerade die Vorstellungsrunde in der Primaria beendeten begann die letzte Pause, Lars und ich wurden von den Grundschülern gleich ins Fußballspielen integriert.

Nach der Pause erhielten wir von der Küche eine große Ladung Essen: 4 Hühnerkeulen, Nudeln, Reis, Zwiebeln, Salat, Tomaten, Karotten, Kartoffeln, Mandarinen, Äpfel, grobes und feines Salz, Zucker, Öl und Essig, außerdem noch Geschirr und Besteck. Nachdem alles gut verstaut in unserem kleinen Kühlschrank Platz gefunden hatte fuhren wir mit Claudia und Irene ins Dorf.

 

 

 

Irene setzte uns mit Claudia beim Kiosk ab, damit wir uns SUBE-Karten (sozusagen Prepaid Karten für Bus und Bahn) und SIM-Karten für unsere Handys kaufen konnten. Als wir damit fertig waren fuhr Irene uns noch zum Supermarkt, hier besorgten wir uns "OFF" (Mückenspray für den Körper/die Haut) und "Raid" (Mückenspray für das Zimmer) gegen die Mücken. 

 

 

 

 

 

 

Lars und ich schauten uns dann noch eine Weile im Ort um, um die Gegend besser kennen zu lernen und liefen dann zurück zur Schule. Hier bereiteten wir unser Abendessen zu (Hühnchenschenkel mit Kartoffeln). Nach gemeinschaftlichem Spülen gingen wir ins Bett.

 

 



 
 

- Eintrag 1 -

So, 31.08.2014 + Mo, 01.09.2014

34 Stunden Anreise...

Ja, ungefähr so lange hat es gedauert bis ich im Projekt war:

Vor der Abreise

Alles begann am Morgen des 31.August 2014, als ich mich um ca. 8:00 Uhr morgens aus dem Bett quälte, um vor der Abreise noch die letzten Dinge vorzubereiten.

Mein Zug zum Flughafen in Frankfurt sollte um 13:19 Uhr fahren und ich hatte mich mit einigen Leuten schon um 12:30 Uhr am Bahnhof Spandau verabredet, damit sie mich verabschieden konnten. Meine liebe Mutter und ihr Mann würden mich dann mit dem Zug zum Flughafen begleiten, damit ich auf der langen Fahrt nicht so alleine bin.

Kurz bevor das alles los ging schneite überraschender Weise mein liebster Freund Timo herein, während ich noch fließig dabei war meine Proviant-Wraps für den Zug zuzubereiten. Danach packte ich die letzten Sachen ein und machte mich mit Timo und meinem Handgepäck auf den Weg zum Bahnhof. Mein Koffer und der niegelnagelneue Trekking-Backpacker-Rucksack würde mein Vater später zusammen mit dem Rest der Familie mitbringen.

Als Timo und ich am Bahnhof ankamen war erstmal niemand zu sehen und so warteten wir, bis die ersten Abschiedsgäste kamen. Meine Familie (bis auf meine Schwester, die sich gerade in Italien rumtrieb) folgte mit dem restlichen Gepäck. Und da fiel mir schon die erste Sache auf: Wie sollte ich die lange Zeit denn nur ohne Kopfhörer überleben!? - Na klar, das musste ja sein... Irgendetwas muss man ja vergessen, wenn man für eine so lange Zeit weg ist. Zum Glück hat man gute Freunde dabei, die einem mit Ersatzkopfhörern aushelfen können. (Danke Timo ;) )

Na dann mal los zum Bahnsteig, der Zug kommt ja gleich! Und so zog der ganze Verabschiedungstrupp hoch auf's Gleis. Der Zug ließ wirklich nicht lange auf sich warten, Kollegen, Freunde und Vater blieben in Spandau zurück, während Mama, Frank und ich uns mit dem ICE nach Frankfurt aufmachten.

 

Im Zug...

Die Zugfahrt an sich verlief reibungslos, aber nach ungefähr 2 Minuten fiel mir auf, dass ja meine neugekauften Wanderschuhe gar nicht beim Gepäck dabei waren. Das verbreitete (zumindest bei mir) miese Stimmung, die wurde nicht wirklich besser, als mir 3 Minuten später auch noch auffiel, dass meine Digitalkamera auch zu Hause geblieben war. Daran ließ sich jetzt eh nichts mehr ändern und ich machte mich daran noch Vollmachten für Mama und Papa zu schreiben, damit sie im Falle eines Falls alles nötige für mein Studium in die Wege leiten können. Die Zeit verging und ich hielt Nickerchen, quatschte mit Nachbarn oder guckte "Breaking Bad" auf meinem Laptop (den ich glücklicher Weise nicht vergessen hatte). Die schlechte Laune wich einer "Ach-Egal,-Das-Wird-Schon"-Stimmung und ich unterhielt mich auch ein bisschen mit meiner Mutter und ihrem Mann.

Am Frankfurter Flughafen

 

Der Umstieg in Frankfurt in die S-Bahn klappte wunderbar und um viertel nach sechs waren wir schon im Flughafen, wo wir von meinem Onkel und seiner Frau herzlich in Empfang genommen wurden. Die Zugfahrt dauerte also insgesamt fast fünf Stunden, das ist zwar nicht gerade schnell, aber entspannt war die Zeit dennoch.

Nachdem wir für mein ganzes Gepäck einen Gepäckwagen organisiert hatten mussten Mama und Frank schonwieder zu ihrem Zug, der sie zurück nach Spandau brachte. Der Abschied fiel nicht jedem leicht, aber er war bald geschafft.

Zusammen mit meinem Onkel und seiner Frau suchte ich dann den Check-in-Schalter an dem sich schon einige meiner Mitfreiwilligen rumtrieben. Ich holte meinen Boardingpass und gab mein Gepäck auf. Die restliche Zeit bis zum Boarding (21:05) vertrieben wir uns bei Starbucks, wo auch meine Cousine zu uns stieß, die mich auch gern noch verabschieden wollte. Wir quatschten und tranken Kaffee, bis es an der Zeit war durch den Sicherheitscheck in den Securitybereich ans Gate zu gehen, wo ich weitere Mitfreiwillige traf.

Der 12-Stunden-Flug

Um 22:05 Uhr flog der Flieger nach Sao Paulo ab. Das hieß für uns: 12 Stunden Flugzeit, gewöhnungsbedürf-tiges Flugzeugessen, Flugzeug-Entertainment (Filme, Spiele, Musik etc. auf einem sehr kleinen Bildschirm im Vordersitz) und so viel Schlaf, wie möglich.

Sao Paulo

Um 5:15 Uhr Ortszeit kamen wir in Sao Paulo an. Wir warteten ca. 3 Stunden am benachbarten Gate auf unseren Anschlussflug und vertrieben uns die Zeit damit zu quatschen. Der Flieger startete etwas zu spät und nach drei weiteren Stunden in der Luft, einem mehr oder weniger leckeren Kuchen und einem Film auf einem noch kleineren und schlechter auflösenden Bildschirm war es geschafft: wir landeten in Buenos Aires.

 

Buenos Aires

Damit war unsere Reise aber keineswegs zuende: Zunächst wurden alle Gepäckstücke auf das Dach eines kleinen Busses geschnallt. All das, was nicht aufs Auto passte, wurde in den kleinen Kofferraum gestopft und die übrigen Plätze mit allen Freiwilligen besetzt, die in Buenos Aires und Umgebung ihre Projekte haben.

 

 

 

 Nacheinander wurden wir Freiwilligen dann zu unseren Projekten bzw. Gastfamilien gefahren. das Projekt von Lars und mir liegt mit am weitesten außerhalb (70 km von Bs.As.) in Los Cardales und so waren wir die letzten, die nach fünf Stunden im Bus in ihrem Projekt ankamen.

Hier wurden wir sehr herzlich von unserer Ansprechpartnerin Claudia in Empfang genommen. Sie ist eine ehemalige IN VIA-Freiwillige und Deutschlehrerin an der "Fundación Hölters Schule Natur" - unserem Projekt. Claudia zeigte uns erst unser Zimmer und dann das sehr große Schulgelände. Dann ließ sie uns eine Stunde lang allein, damit wir unsere Sachen auspacken konnten. Nach der Stunde lief sie mit uns zusammen ins Dorf, hier lernten wir beim Pizzaessen Irene (eine andere Deutschlehrerin) und ihre kleine Tochter kennen. Nach dem Essen wurden wir von Irene zurück in die Schule gefahren und ginen ins Bett.

Die erste Nacht war geprägt von argentinischem Gewitter und Dauerregen. Blitze und Donner, die die Fenster klappern ließen störten den Schlaf fast so sehr wie die Mücken, die uns um die Köpfe schwirrten. Dafür durften wir am nächsten Morgen ausschlafen.

 

Zusammenfassung:

Max fährt von Spandau ab, ist 34 Stunden in Bahn, Flugzeug und Bus unterwegs, kommt in Los Cardales im Projekt "Fundación Hölters Schule Natur" an, lernt seine Ansprechpartnerin Claudia (Deutschlehrerin) kennen, geht abends mit ihr und Lars (seinem Mitfreiwilligen), Irene (einer anderen Deutschlehrerin) und ihrer Tochter (8 Jahre, Schülerin) Pizza essen, wird Heim gefahren und fällt sehr müde ins Bett.